Von der Filmrolle zum Tape-Roboter: Das SRF Archiv

Es ist der Ort, an dem die grossen Schätze ruhen: das SRF Archiv. Alle Aufzeichnungen, Filme und Fernsehberichte von SRF sind Teil des kollektiven Gedächtnisses der Schweiz und werden hier aufbewahrt. Aber wie hat sich die ganze Archivierung eigentlich in den letzten Jahren verändert? Wir waren in den Katakomben des Fernsehstudios und haben das für dich herausgefunden.

Eine unendliche Geschichte

Im Keller des Fernsehstudios Leutschenbach schlummern zahlreiche erzählte Geschichten – schliesslich lief 1953 die erste Sendung im Schweizer Fernsehen. Heute sind es geschätzt über 700'000 Stunden Bildmaterial, die im SRF Archiv gelagert werden. Damit du das alles sehen könntest, müsstest du 80 Jahre lang, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, durchgehend fernsehen. Der Clou ist aber: fast minütlich kommt Neues dazu. Denn alles, was jemals über einen der SRF-Sender ging, wird hier archiviert. Die Archivierung ist also eine unendliche Geschichte.

Früher vs. heute

Angefangen hat alles mit Filmrollen: Dem 16mm-Film. Weil man mit der Modernisierung mitgehen musste, kamen nach dem 16mm-Film die Magnetaufzeichnungsbänder bei SRF-Produktionen zum Einsatz. Da man das Material auf den Filmrollen nicht einfach vermodern lassen konnte, wurde alles auf die neuen Datenträger überspielt. So wird es übrigens bis heute gemacht: Das Bildmaterial auf den alten Datenträgern wird auf modernere übertragen.

Mit der Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten folgten auf die Magnetaufzeichnungsbänder die Kassetten. Davon gibt es heute noch Hunderte in den Räumlichkeiten des SRF Archivs. Und das, obwohl die meisten bereits digitalisiert sind. Der Grund: Beim Digitalisieren können Fehler entstehen und da der Platz vorhanden ist, gilt: «Better be safe than sorry». Übrigens: bis auf vereinzelte Filmrollen ist das komplette SRF Archiv bereits digitalisiert.

Welcome to reality

Heute läuft alles digital. Alle Fernsehsendungen, die im Hause SRF produziert werden, sind gegenwärtig auf sogenannten Tapes gespeichert. Klingt zwar auch bizzli altbacken, ist aber eine ganz moderne Technologie. In einem Serverraum werden diese Tapes aufbewahrt. Bestellen Filmemacher oder Journalistinnen Archivmaterial, holen Roboter die gewünschten Bilder. Früher mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst ins Archiv runtersteigen, um nach dem bestellten Bildmaterial zu suchen. Heute wird das programmiert und von der Maschine gemacht. So weit sind wir also: Von 16mm-Filmrollen zu moderner Robotertechnologie.

Übrigens: Lange dachte man, reine Online-Formate, wie beispielsweise «Unzipped» oder «Mutterstadt» von SRF Virus, müssen nicht archiviert werden. Jedoch kommt dies je länger je mehr. Und wer weiss, vielleicht zählen genau diese Sendungen in 50 Jahren zu den SRF Archivperlen.

Es gibt imfall auch etwas, das sich «Digitales Vergessen» nennt. Das hat unter anderem mit modernen Datenträgern zu tun. Was es aber genau ist und was man dagegen tun kann, haben unsere Gspändli von «Einstein» für dich nachgeforscht.

Text: Aline Sloksnath
Bilder: Aline Sloksnath | SRF/Oscar Alessio

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