Behind the Scenes

Wer kleidet eigentlich die TV-Moderatorinnen und Moderatoren von SRF ein?

Können die Moderatorinnen und Moderatoren bei SRF mitbestimmen, was sie anziehen möchten? Und was sind absolute TV-No-Gos? 3 Fragen an Tatjana Kotoric, Leiterin «Mode & Styling», von SRF.

Kleiderstange mit verschiedenen Kleidern

Soviel vorweg: Tatjana Kotoric und ihr Team kleiden über 220 SRF- und RTS-Moderatorinnen und -Moderatoren ein. Eine inspirierende aber zugleich schwierige und zeitintensive Aufgabe. Wir haben uns gefragt:

Wie oft bekommen die Moderatorinnen und Moderatoren neue Kleider?

Ein/e SRF-Moderator/in bekommt einmal pro Saison eine Stylingberatung – das heisst einmal für die Frühling-/Sommer- und einmal für die Herbst-/Winter-Garderobe. Tatjana und ihr Team ergänzen die bestehende Garderobe jeweils mit neuen Stücken.

Vor jeder Beratung werden Fotos von vergangenen Sendungen angeschaut: Was war gut? Was sollte man verbessern? Danach geht’s ans anprobieren, anpassen, herumbasteln. Jedes fertige Outfit wird fotografiert und im persönlichen «Lookbook» (eine Sammlung von Fotografien verschiedener Outfits) abgelegt.

Können die Moderatorinnen und Moderatoren selbst bestimmen, was sie anziehen?

Grundsätzlich ist sehr wichtig, dass das Outfit zum Sendeformat, zum Studio und auch zum jeweiligen Typ des Moderators, der Moderatorin passt. Wie sieht das Studio aus? Was soll die Sendung aussagen? Basierend auf diesem Wissen, werden die Kleider für die Moderatorinnen und Moderatoren eingekauft. Gearbeitet wird nach strategischen Richtlinien und es wird versucht für jede Person einen optimalen Look zu entwickeln. Natürlich haben die Moderatorinnen und Moderatoren aber ein Mitsprachrecht. Sie werden beraten und lernen so auch, wie sie die Outfits für die kommenden sechs Monate selbst kombinieren können. Eigene Kombinationen dürfen vorgenommen werden, so lange es dem vereinbarten Stil entspricht. Somit können auch dieselben Kleidungsstücke mehrfach verwendet werden.

Auch was die Gesichts- und Kopfbehaarung angeht, sprechen sich die Moderatorinnen und Moderatoren mit dem Styling-Team ab bevor sie grössere Veränderungen vornehmen lassen.


Fun Fact: Ein Paar Schuhe gehört in den meisten Sendungen zur Grundgarderobe. Weitere Schuhe werden nur zur Verfügung gestellt, wenn sie in der Sendung sichtbar sind.


Was sind absolute TV-No-Gos?

  • Alles was flimmert (z.B. kleine Karos oder schmale Streifen)
  • Durchsichtige Kleidung
  • Sichtbarer BH-Träger
  • Zu kurze und/oder auffällige Kleidung (es sollte nicht über das Outfit, sondern über die Sendung diskutiert werden)
  • Zu viel Schmuck: Das Credo lautet: So wenig Schmuck wie möglich. Feiner Schmuck ist erlaubt: Ehering, kleine Ohrstecker oder auch eine feine Halskette.

Fun Fact: Wenn Gäste im Studio sind (z.B. bei «1 gegen 100» oder «Arena») werden diese im Vorhinein darüber informiert, welche Kleidung sie im Studio tragen sollen. Falls doch mal ein Kleidungsstück flimmern sollte, hat die Regie Ersatzkleider parat.


Blaues Karohemd
TV-No-Go: kleinkariertes und kontrastreiches Karohemd

Tatjana Kotoric
Tatjana Kotoric, Teamleiterin Mode & Styling SRF

Tatjana Kotoric arbeitet seit 2008 bei Mode & Styling SRF. Die gelernte Detailhandelsspezialistin und Marketingplanerin führte als Verkaufs- und Marktingleiterin bereits grosse internationale und nationale Modeketten. Jetzt bereitet ihr das Einkleiden der Moderatorinnen und Moderatoren von SRF grosse Freude.


Text: Jasmin Macho
Bild: Pixabay/SRF

Bild Autor*in Autorin Jasmin Macho
Jasmin (23) absolviert gerade ein sechsmonatiges Praktikum bei SRG Insider. Davor hat sie Kommunikationswissenschaften an der Universität Zürich studiert. Sonst schaut sie am liebsten den Flugzeugen im Himmel nach oder plant ihre nächste Reise in ein fernes Land.
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Jasmin Macho
Tags: mode styling

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