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In eigener Sache: Wir gendern neu mit Doppelpunkt

Du hast es vielleicht schon bemerkt: Wir benutzen auf unseren Kanälen neu statt des Gendersternchens den Doppelpunkt, schreiben also zum Beispiel Redaktor:innen. How come? Der Doppelpunkt ist besser computerlesbar und bezieht somit Menschen mit einer Sinnesbeeinträchtigung mehr ein.

Ein Mann und eine Frau halten einen Leuchtkasten: «Tschüss Sternchen, hallo Doppelpunkt»

Bestimmt bist du auf Social Media in einem Text auch schon über dieses Zeichen «:» mitten in einem personenbezeichnenden Begriff gestolpert. Oder hast dir einen Podcast angehört, wo beispielsweise das Wort «Kolleginnen» mit einer kleinen Unterbrechung ausgesprochen wurde. Das hat einen ganz bestimmten Grund. Der Doppelpunkt ist das Schriftzeichen für eine kurze Pause und wird deshalb auch von einer Künstlichen Intelligenz so gelesen. Das ist vor allem wichtig für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen, die für den Medienkonsum teilweise Screenreader benutzen.

Hallo Doppelpunkt, tschüss Sternchen

Wir bei SRG Insider gendern per sofort auch mit Doppelpunkt anstelle des Sternchens auf allen unseren Kanälen. Dasselbe gilt übrigens auch für unsere Gspändli von der SRG Deutschschweiz. Dabei haben wir uns übrigens von den überarbeiteten publizistischen Leitlinien von SRF inspirieren lassen. Diese bilden die Grundlage für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei SRF direkt oder indirekt an der publizistischen Arbeit beteiligt sind. Und in diesem Handbuch ist eben auch festgehalten, wie bei SRF zukünftig auf allen Kanälen genderneutral berichtet werden soll.

Genderneutrale Sprache auch bei SRF

Wie wird bei SRF überhaupt gegendert?

Als Unternehmen, das alle Bevölkerungsteile umfasst und der Gleichberechtigung Rechnung trägt, will SRF auf das generische Maskulin, bei dem die Frauen lediglich «mitgemeint» sind, verzichten. Es kommt nur dann ausnahmsweise zum Einsatz, wenn der Platz für Paarformen zu knapp oder eine genderneutrale Formulierung zu umständlich oder unverständlich ist.

Doch was bedeutet das nun im konkreten Fall?

In den Radio- und Fernsehsendungen von SRF wird keine genderneutrale Form («:» als Pause) gesprochen. Auch in Publikationen auf srf.ch, auf Sendungsseiten, in den Apps oder im Teletext wird weder «:» noch «*» benutzt. Sondern es kommen halt eben Paarformen, Wechsel in Aufzählungen , Kollektivbezeichnungen, genderneutrale und -abstrakte Begriffe oder substantivierte Partizipien zum Einsatz.

Und was ist jetzt mit diesem Doppelpunkt?

Auf Social Media, in Podcasts, YouTube-Formaten oder bei Inhalten für Jüngere ist es möglich, dass der Doppelpunkt eingesetzt wird. Damit wird – gleich wie auch beim Genderstern – in Kauf genommen, dass nicht alle Formen grammatikalisch korrekt sind. SRF bezieht sich hierbei unter anderem auf die Gesellschaft für deutsche Sprache, die diesen pragmatischen Einsatz der Kurzform durchaus anerkennt.

Kurzum: Ob Schreibweisen wie «Journalist:innen» und deren akustische Umsetzung mit kurzer Pause mitten im Wort in einem Format eingesetzt wird oder nicht, entscheidet die jeweilige Redaktion bewusst.


Wir möchten hier noch festhalten: Die deutsche Sprache ist kein starres Konstrukt und die Suche nach einer geschlechtergerechten Sprache damit nicht vorbei. Dein Feedback zu diesem Thema ist in der Kommentarspalte also sehr willkommen.


Text: SRG Insider/SRF
Bild: SRG Insider

Tags: genderneutral inklusion publizistischeleitlinien srf2024

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