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Glückskette: Der karitative Arm der SRG

Die Glückskette ist eng mit der SRG verbunden – sie war sogar lange Teil davon. Wie kommt es, dass ein Medienunternehmen eine humanitäre Stiftung unterstützt? SRG Insider geht den Wurzeln der Stiftung auf den Grund.

Auch die abgebrühtesten Journalisten können ihren Beruf und ihre Gefühle nicht immer trennen. Sie berichten über blutige Kriege, schreckliche Katastrophen und Tragödien und müssen dabei objektiv und professionell bleiben. Doch das Elend der Betroffenen geht an ihnen nicht spurlos vorbei. So erging es zwei Schweizer SRG-Radiomachern in der Romandie nach dem zweiten Weltkrieg. Die unfassbare Zerstörung im zerbombten Europa, weckte in ihnen den Wunsch etwas beizusteuern, um die Not in diesen Gebieten zu lindern. Sie riefen über das Radio die Schweizer Bevölkerung zu Spenden auf. Die Idee für die Glückskette war geboren.

Wünsch dir was

Ihr erster Aufruf war es, Kindern aus England, die vom Krieg betroffen waren, Ferien in der Schweiz zu ermöglichen. Dabei blieb es nicht. Aus einem einmaligen Aufruf wurde eine eigene Radiosendung: die «Chaîne du Bonheur», auf Deutsch «Glückskette». Deren Spielregeln waren einfach: ein Zuhörer schlägt über den Sender eine gute Tat vor – wer sie erfüllen kann, darf in der kommenden Sendung seinerseits ein Wunschprojekt nennen. Zu Beginn sammelte die Glückskette kein Geld, sondern Sachspenden: Von Matratzen, über Filzpantoffeln oder sogar Würsten, wurde alles im Radiostudio in Lausanne gesammelt, gelagert und an Bedürftige verteilt. Weil dieses dadurch immer mehr einer Lagerhalle glich, begann man, bei der Verteilung der Spenden mit Partnerhilfswerken zusammenzuarbeiten und immer öfter, direkt nach Geldspenden aufzurufen.

Zusammen ist man weniger allein

Seit 30 Jahren ist die Glückskette eine unabhängige Stiftung. Trotzdem ist sie noch immer eng mit der SRG verknüpft. Eine Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen, das heisst, die SRG-Medien rufen exklusiv zu Spenden für die Glückskette auf und die Glückskette arbeitet ihrerseits vorrangig mit SRG-Medien zusammen. Für die Glückskette hat diese Partnerschaft den Vorteil, dass sie kein Geld für die Spendensammlung (Fundraising) ausgeben muss. Die Glückskette ist aber finanziell unabhängig und nicht über Gebührengelder finanziert. Und schliesslich profitieren bis zu 25 Schweizer Hilfswerke von den gesammelten Spendengeldern.

Fast wie damals

Auch heute noch funktioniert die Glückskette ganz ähnlich wie zu ihren Anfangszeiten. Sie sammelt Geld für die Nothilfe im Katastrophenfall. Ein Viertel der Spenden bleibt in der Schweiz: Gesammelt wird hier bei Unwettern, für bedürftige Kinder und die Sozialhilfe. Der grösste Teil des Geldes aber wird für Katastrophenhilfe im Ausland verwendet

Was geschieht mit den Spendengeldern der Glückskette? Und was sagt sie zum Vorwurf, durch die Partnerschaft mit der SRG werde anderen Hilfsorganisationen das Leben schwer gemacht? Antwort auf diese Fragen gibt's in unserem Gespräch mit Priska Spörri, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen der Glückskette.

Zur Website der Glückskette

Text: Oliver Fuchs
Bild: Glückskette (zVg.)

Tags: glueckskette krisenundkatastrophen

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