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«Kassensturz»: Kostenfallen im Homeoffice

Stellt sich bei dir auch immer mal wieder die Frage: Homeoffice oder Büro? Dann bist du weitaus nicht allein. Obwohl der Bundesrat die Homeoffice-Empfehlung aufgehoben hat, arbeiten Tausende noch immer von zuhause aus. Höchste Zeit also, dass «Kassensturz» mal den Puls im Land fühlt, mit Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden spricht und aufzeigt, wer eigentlich welche Kosten für die Büez von zuhause aus übernehmen muss.

Eine junge Frau schaut zuhause ziemlich verzweifelt auf ihren Laptop-Bildschirm

Vor Corona hat etwa ein Viertel von uns Bürogummis in der Schweiz ab und zu im Homeoffice gearbeitet. In den letzten Monaten ist dann aber plötzlich jeder Zweite daraus geworden, der von zuhause aus seine Tasks abspult. Nachdem der Bundesrat die Homeoffice-Empfehlung aufgehoben hat, holen viele Firmen ihre Angestellten zurück ins Büro. Oder zumindest teilweise – einige haben sich nämlich mit ihrem Personal auch auf eine Mischung aus Homeoffice und Büro geeinigt.

Wenn die Hygiene- und Abstandsregeln am Arbeitsplatz eingehalten werden können, ist ein Arbeitgeber nicht verpflichtet, Homeoffice zu erlauben.

Gabriela Baumgartner, Rechtsexpertin

Wer zahlt eigentlich was?

Um im Homeoffice bizzli besser arbeiten zu können, hast du dir vielleicht einen neuen Bildschirm und einen etwas bequemeren Stuhl angeschafft. Aber hast du dich auch schon gefragt: Wer kommt eigentlich für diese Kosten auf? Und können diese von der Steuererklärung abgezogen werden? Wir uns schon. Und bevor wir uns den «Kassensturz»-Beitrag zum Thema angeschaut und uns durch den Expertenchat geklickt haben, gab's bei uns ganz schön viele kostentechnische Unklarheiten. Wir beantworten dir deshalb mithilfe unseres neu erlangten Wissens ein paar Fragen dazu:

Wer kommt für die Kosten im Homeoffice auf?

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Bekomme ich meinen Lohn weiterhin, wenn ich in Quarantäne muss?

Wenn du aufgrund eines engen Kontakts zu einer infizierten Person zu Hause bleiben und deshalb nicht arbeiten kannst, hast du Anspruch auf Lohnausfall, bestätigt Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner. Aber nur, wenn der Kantonsarzt eine Quarantäne offiziell verfügt hat. Wenn du also beispielsweise nach einer Benachrichtigung der Covid-App freiwillig zu Hause bleibst und deine Arbeit nicht im Homeoffice erledigen kannst, hast du keinen Anspruch auf Lohn. Das Gleiche gilt auch, wenn du nach deinen Ferien in einem Risikogebiet zurückkommst und zehn Tage in Quarantäne bleiben musst.

Ist der Arbeitgeber während dem Homeoffice verpflichtet, entstandene Mehrkosten zu vergüten?

Wenn du von zuhause aus arbeiten musst, kannst du vom Arbeitgeber eine anteilmässige Entschädigung an zusätzlich entstandenen Kosten verlangen. Wenn du allerdings von zuhause aus arbeiten willst, obwohl du deine Arbeit auch vom Office aus erledigen könntest, kannst du eine Kostenbeteiligung nur für die Kosten verlangen, die auch im Büro anfallen würden – zum Beispiel für notwendiges Büromaterial.

Wer haftet eigentlich dafür, wenn mein Geschäftslaptop im Homeoffice beschädigt wird?

Im Homeoffice bist du gemäss Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner selber verantwortlich für die Geräte deines Arbeitgebers. Du solltest deshalb unbedingt prüfen, bei welchen Schäden deine Geräte im Rahmen deiner Hausrat- oder Haftpflichtversicherung gedeckt sind. Falls du keine Versicherung hast, müsstest du bei Verlust, Diebstahl oder Beschädigung deinem Arbeitgeber lediglich den Zeitwert des Gerätes ersetzen.

Friendly Reminder an dieser Stelle: In einem halben Jahr ist imfall schon wieder die Steuererklärung fällig – zumindest dann, wenn du nicht rechtzeitig eine Fristerstreckung eingereicht hast. Damit du dafür gewappnet bist, folgt hier eine geballte Ladung Steuererklärung-Insights.

Kann ich Homeoffice von den Steuern abziehen?

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Wie gebe ich die Zeit im Homeoffice in der Steuererklärung an?

Für den Zeitraum des Homeoffice werden die Arbeitgeber voraussichtlich eine Bemerkung auf dem Lohnausweis 2020 anbringen, meint Steuerexpertin Michelle Birri.

Kann der Arbeitswegabzug trotz Homeoffice geltend gemacht werden?

Falls du während dieser Zeit zum Beispiel dein ÖV-Abo hinterlegt oder gar kein Abo gelöst hast, wird's leider nichts mit diesem Abzug. Wenn du allerdings einen belegmässigen Nachweis von entstandenen Kosten hast, können diese geltend gemacht werden, indem du den Beleg der Steuererklärung beilegst.

Entfällt der Anspruch auf Entschädigung für auswärtige Verpflegung?

Grundsätzlich können für diesen Zeitraum die Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung nicht geltend gemacht werden, da dir ja auch keine entsprechenden Kosten entstanden sind.

Kann ich extra fürs Homeoffice angeschafftes Büromobiliar von den Steuern abziehen?

Laut Steuerexpertin Michelle Birri handhaben die Steuerbehörden einen Abzug fürs Homeoffice generell eher restriktiv. Sofern dir jetzt doch kein eigener Arbeitsplatz im Büro zur Verfügung steht, solltest du die Kosten, die dir für den Arbeitsplatz daheim effektiv entstehen, in Abzug bringen können. Allerdings kannst du dann die Berufskostenpauschale von 3% vom Nettolohn nicht mehr abziehen. Am besten sammelst du für die Steuererklärung 2020 mal alle Rechnungsbelege und Quittungen. Falls die effektiven Kosten die Berufsauslagenpauschale übersteigen, kannst du diese nämlich der Steuererklärung beilegen. Was in dieser Situation sicher hilft, ist eine Bestätigung deines Arbeitgebers, dass Homeoffice angeordnet ist und er sich nicht an den Kosten beteiligt hat.


Fragen und Antworten im Chat

Neben den Fragen, die in der Sendung beantwortet wurden, haben im «Kassensturz»-Chat Expertinnen und Experten aus dem Bereich Arbeitsrecht noch weitere beantwortet. Vielleicht war da auch eine Frage dabei, deren Antwort du brauchst, wir sie aber oben nicht beantwortet haben. Du kannst alles im Protokoll des Chats nachlesen.


Schau dir jetzt den «Kassensturz»-Beitrag an:


Text: SRG Insider/SRF
Bild: Colourbox.de

Tags: arbeitstag homeoffice job kassensturz programmtipp

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