«DOK»-Serie: Organspende – Ich will leben

Organspende – das bedeutet Krankheit, banges Warten und unendliche Dankbarkeit nach der Operation. Wie aber verläuft die Transplantation und wie sieht das neue Leben aus? Die «DOK»-Serie zeigt in vier Folgen die Geschichten von Menschen, die auf ein Organ warten oder bereits eines erhalten haben.

Schicksalsschläge

Kaum ein chirurgischer Eingriff ist emotional so aufgeladen wie die Transplantation. Kühl betrachtet, handelt es sich um zwei Operationen: Die Organentnahme bei einem verstorbenen Menschen und das Implantieren beim Empfänger, der ohne diese Spende sterben würde. In dramatischen Stunden kreuzen sich zwei Lebenswege.

Furcht und Freude

Zu diesem Zeitpunkt haben die Empfängerinnen bereits einen schweren Weg hinter sich. Meist langes Warten, das Telefon ständig zur Hand, den Koffer gepackt. Die Freude über die Transplantation ist oft gemischt mit der Furcht vor dem grossen Eingriff. Die Operation ist körperlich und psychisch belastend, die Lebensqualität nach der Transplantation zum Teil eingeschränkt. Und doch ist jede und jeder dankbar für die zweite Chance, die ihnen durch die unbekannte Spende geboten wird.

Lebensgeschichten

«DOK» zeigt Lebensgeschichten von Patientinnen und Patienten auf der Warteliste, den Verlauf einer Organentnahme, aber auch Menschen, die seit Monaten oder Jahren mit dem Organ einer fremden Person leben. Es geht um die Angehörigen, die sich angesichts des tragischen Todes eines Familienmitglieds rasch entscheiden müssen, ob sie mit einer Organspende einverstanden sind oder nicht. Und um Ärztinnen und Ärzte, die sich immer wieder mit medizinischen und ethischen Fragen rund um die Organtransplantation konfrontiert sehen.

Die erste Folge

Die zweite Folge

Die dritte Folge

Die vierte Folge

Die Protagonistinnen und Protagonisten von «Organspende – Ich will leben»:

Mireya

Die achtjährige Mireya leidet unter einer extrem seltenen Gen-Krankheit. Zweimal schon ist sie lebensbedrohlich erkrankt. Ein banaler Infekt kann bei ihr zu hohem Fieber und totalem Leberversagen führen. Deshalb wird sie auf die dringliche Warteliste für eine Lebertransplantation gesetzt. Die Zweitklässlerin wird in Genf operiert und muss einen Monat im Universitätsspital bleiben.

Anita

Die Mutter von drei Kindern leidet unter Leberkrebs. Ihr Mann entscheidet sich, ihr einen Teil seiner Leber zu spenden. Eine so genannte Lebendleber-Transplantaion ist dann möglich, wenn die Werte von Empfänger und Spender übereinstimmen – bei den beiden hat es gepasst. Es kommt aber zu Komplikationen – Anita Laurent ist auf ein zweites Spenderorgan angewiesen.

Bruno

Während Mireya nur kurz auf das Spenderorgan warten musste, ist der 41-jährige Bruno schon seit Monaten auf der Warteliste. Er lebt mit einem Kunstherz. Die Akkus trägt er immer in einer Tasche mit sich. Seiner Arbeit als Zimmermann kann er nicht mehr nachgehen. Der Gedanke, dass bald ein fremdes Organ in seiner Brust schlagen soll, befremdet ihn.

Nicola

Die ehemalige Spitzenreiterin Nicola lebt seit fast zehn Jahren mit einem Spenderherz und ist dankbar, dass sie ihre Tochter aufwachsen sehen kann. Wie alle transplantierten Patientinnen und Patienten wird sie aber ein Leben lang auf Immunsuppressiva angewiesen sein. Das sind Medikamente, die verhindern, dass der Körper das fremde Organ wieder abstösst.

Eliane

Eliane wurde vor fünf Jahre eine Spenderlunge transplantiert. Sie war wegen Cystischer Fibrose auf das Organ angewiesen. Jetzt leidet sie unter einer chronischen Abstossung der Lunge. Trotzdem will sie nicht auf ihre Krankheit reduziert werden. Sie führt einen möglichst normalen Alltag und teilt ihn in den sozialen Medien – mit einer wachsenden Zahl von Followern.

Christian

Auch Christian hat eine Lungenkrankeheit. Sein Aktionsradius ist praktisch auf die Wohnung beschränkt. Selbst der Gang zum Briefkasten kostet ihn grösste Mühe. Und doch gibt er die Hoffnung auf eine Transplantation nicht auf: «Exit wäre eine Lösung», sagt er, «aber ich will noch leben.»

Text: SRF
Titelbild: SRF/Oscar Alessio
Bilder: SRF

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