«Öpis mit Medie»: Die Leidenschaft für Musik ist ein Muss

Einen Blick hinter die Kulissen der Musikredaktion von Radio SRF werfen und mehr über den Beruf Musikredaktor/in erfahren? Das konnten im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Öpis mit Medie» ein gutes Dutzend medienbegeisterte Studierende. Wieso die Vorliebe für Musik, aber auch ein Flair für Datenbanken für diesen Beruf unerlässlich sind, erfuhren die Teilnehmenden aus erster Hand.

«Was machen Musikredaktoren?» «Wie sieht deren Tagesablauf aus?» «Und konkret: Wie werde ich Musikredaktor/in»? Diese Frage stellte sich das SRG Insider-Team und rief im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Öpis mit Medie» zu einem Workshop zum Beruf «Musikredaktor/in» auf. Insgesamt 14 musik- und medieninteressierte Studierende aus der ganzen Schweiz liessen sich diese Möglichkeit nicht entgehen und folgten der Einladung ins SRF-Radiostudio Zürich Brunnenhof.

Hörerinnen und Hörer sind die Chefs

Den Einstieg machte Michael Schuler, Leiter Fachredaktion Musik von Radio SRF 1 und SRF 3. Er zeigte die vielfältigen Aufgabengebiete eines Musikredaktors auf und gab den Teilnehmenden folgendes mit: Eine grosse Leidenschaft für Musik ist zwar eine wichtige Voraussetzung für den Job – schlussendlich ist man als Musikredaktor/in jedoch stets dem Publikum und nicht seinen eigenen Vorlieben verpflichtet. Denn: «Mein oberster Chef ist der Hörer und die Hörerin», bringt es Schuler auf den Punkt. Eines der Hauptziele eines Musikredaktors sei es daher, die grösstmögliche Varianz in der Songauswahl zu finden. «Denn Musik ist Emotion», ist sich Schuler sicher. «Egal ob Justin Bieber, Lady Gaga oder Prince – mit jedem Song, den wir spielen, machen wir einen Teil der Hörer latent unglücklich.» Umso wichtiger also, eine Musikauswahl zu spielen, bei der für jede und jeden was dabei ist.

Natürlich sind bei Radio SRF 3 aber nicht nur Mainstream, sondern auch gute Geheimtipps gefragt. Diese finden die Redaktorinnen und Redaktoren durch aktive Musiksuche auf Kanälen wie Youtube oder Spotify. Daneben gehören auch das Schreiben von CD-Kritiken und das Führen von Interviews zu den Haupttätigkeiten eines Musikredaktors. In solchen Fällen ist vor allem eines gefragt: Professionalität und Objektivität.

Nach der kurzen Einführung folgte die Teilnahme an der Redaktionssitzung mit anschliessendem Rundgang, angeführt von Dominique Iten, Musikredaktor Radio SRF 3 und Virus. Dabei schauten die Teilnehmer in die verschiedenen Radiostudios rein und konnten sich dank Dominiques Ausführungen gleich selbst einen Eindruck von der Arbeit eines Musikredaktors machen.

Vorliebe für Musik und Excel

Bei der abschliessenden Feedbackrunde erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, noch offene Fragen zu klären, wobei ihnen besonders eine Frage unter den Nägeln brannte: Welche Fähigkeiten muss ein/e Musikredaktor/in nun eigentlich besitzen? «Ein breites Musikwissen, die Vorliebe für Musik, eine journalistische Grundausbildung sowie die Bereitschaft, sich mehr als acht Stunden Bürozeit mit Musik zu beschäftigen, sind ein Muss», fasst Michael Schuler zusammen. Vor allem in der Abteilung «Musikprogrammierung» sei auch die Freude an mathematischem Denken, an Datenbanken und Excel von Vorteil. Darüber hinaus müsse man die Fähigkeit besitzen, Musik objektiv zu betrachten, denn man dürfe nicht als Fan reden, wie Dominique Iten hinzufügt.
Auf die Frage an die Teilnehmenden, ob denn der Beruf Musikredaktor/in nach diesem Einblick nach wie vor eine Option für sie sei, antwortete unter anderem die 27-jährige HTW-Studentin Karin sichtlich gut gelaunt: «Ja, ich habe vor, in dieser Richtung Fuss zu fassen».

Anlass verpasst?

Für alle, die am Anlass nicht dabei sein konnten, gibts die wichtigsten Facts und Tipps in einem Web-Video. Ausserdem kannst du alle Tweets unter #öpismitmedie oder via Storify nachlesen.

Zum Web-Video

Mit «Öpis mit Medie» hat SRG Insider 2013 eine Veranstaltungsreihe lanciert, bei welcher in regelmässigen Abständen die vielseitigen Berufe von SRF vorgestellt werden. Die Veranstaltungen richten sich sowohl an junge Leute, die in den vorgestellten Berufen Fuss fassen möchten, aber auch an diejenigen, die grundsätzlich medieninteressiert sind. Die vergangenen Veranstaltungen hatten die Berufe Musikredaktor/in, Videojournalist/in, Fernsehregisseur/in, Sportkommentator/in, Multimediajournalist/in, Bundeshausredaktor/in, Interaction Designer, Radiomoderator/in, Inlandkorrespondent/in und Gameredaktor/in zum Thema. Die nächste Veranstaltung ist im Sommer 2016 geplant. Infos dazu findest du zu gegebener Zeit auf srginsider.ch.

Text: Carmen Candinas
Bilder (v.l.n.r.): Musikredaktor Dominique Iten erklärt seinen Berufsalltag; Michael Schuler (links) und Dominique Iten (rechts) bei der Gesprächsrunde; Michael Schuler im Interview; Besuch auf der Musikredaktion; Dominique Iten (rechts) im Gespräch mit Student Christoph; Teilnehmende im Gespräch (Bilder: Thomas Züger)

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