Öpis mit Medie

«Öpis mit Medie»: Der Fernsehregisseur als Orchester-Dirigent

Wie sehen die Aufgaben eines Fernsehregisseurs aus? Welche Eigenschaften sind für diesen Beruf wichtig? Und wie schaffe ich den Einstieg in diesen Beruf? Diese und weitere Fragen wurden von drei SRF-Profis im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Öpis mit Medie» beantwortet.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Öpis mit Medie» hat SRG Insider zum Thema «Wie werde ich Fernsehregisseur/in» ins Studio Leutschenbach eingeladen. Die drei Profis Bettina Werren, Martin Wälchli und Mirjam Almasy gaben jungen Medieninteressierten Einblick in diesen spannenden Beruf.

Ein Thema in Szene setzen

«Der Arbeitsalltag eines Fernsehregisseurs ist sehr vielseitig», erklärte Bettina Werren, Leiterin Inszenierung im Raum SRF, gleich zu Beginn und führte aus: «Ein Regisseur ist einerseits für die Mitentwicklung, Gestaltung, Planung und Realisierung einer Sendung zuständig. Er ist aber auch für den Spannungsaufbau in der Handlungsabfolge einer Sendung sowie für das Licht, den Ton und die Organisation mitverantwortlich. Wo der Produzent einer Sendung festlegt, welches Thema wann ausgestrahlt wird, leitet der Regisseur also an, wie das Thema in Szene gesetzt wird.»

Mirjam Almasy, Regisseurin bei SRF, verriet den interessierten Gästen weiter, dass sich die Aufgaben der Regie je nach Sendungstyp zum Teil sehr unterscheiden: «In der News-Regie hast du kaum Gestaltungsspielräume, weil News-Sendungen, wie beispielsweise die ‹Tagesschau›, sehr strukturiert aufgebaut sind. Bei Live-Inszenierungen oder Magazinsendungen sind hingegen oft Improvisationstalent und voller Körpereinsatz gefragt. Der Regisseur muss sich dabei beispielsweise auch um die Requisiten kümmern.»

Stressresistenz ist Pflicht

«Ein Regisseur arbeitet ähnlich wie der Dirigent eines Orchesters, der im richtigen Moment das richtige Zeichen für die Instrumente gibt. Man muss alles im Überblick behalten und die korrekten Anweisungen an die richtigen Leute geben», so Mirjam Almasy. Schlussendlich lebe der Regieraum jedoch gerade auch von Teamwork, sind sie und der News-Regisseur Martin Wälchli sich einig.

Um als Regisseur/in zu arbeiten, bedarf es neben Teamfähigkeit Medienerfahrung,eine gute Selbsteinschätzung und Offenheit für Neues. Insbesondere braucht es aber eines: Stressresistenz! Denn ein Regisseur muss auch in hektischen Situationen einen klaren Kopf bewahren und Anweisungen ruhig weitergeben, auch wenn kurz vor einer Live-Sendung noch ein Problem auftaucht.

Stage oder Quereinstieg möglich

Mirjam Almasy hat das zweijährige Stagiaire in der Regie bei SRF absolviert und ist dadurch über den klassischen Weg als Regisseurin bei SRF gelandet. Der Einstieg in diesen Beruf ist aber auch anders möglich, weiss Martin Wälchli aus Erfahrung. Über das Lehrer-Seminar, ein abgebrochenes Architektur-Studium und einen Sekretärsjob landete Martin beim Schulfernsehen von SRF, wo er zunächst als Produktionsassistent arbeitete und daneben Führungen durch das Fernsehstudio leitete.

Dabei lernte er unter den vielseitigen Jobs bei SRF den Regieberuf kennen. «Und da wusste ich: Mein Traumjob ist Regisseur!», so Martin Wälchli. «Aus all meinen früheren Jobs habe ich an unterschiedliche Erfahrungen mitgebracht, die ich nun als Regisseur brauchen kann. Ich bin nun eine richtige TV-Ente!» (lacht). Für jede berufliche Station hat Martin Wälchli am Veranstaltungstag einen Gegenstand mitgebracht. Ein ziemlich bunter Stapel.

Keine Angst vor Fehlern

Zum Abschluss der Veranstaltung durften die Teilnehmer der Regie bei der Live-Ausstrahlung der «Tagesschau» über die Schultern schauen und hautnah miterleben, wie stressig der Beruf sein kann: Kurz vor dem Sendungsbeginn gab es technische Probleme. Da musste der verantwortliche Regisseur eingreifen, für Ruhe sorgen und eine Lösung finden – rund 45 Sekunden vor Sendungsbeginn.

Ein kleiner Fehler schlich sich während der Übertragung der «Tagesschau» dann doch noch ein, für einen kurzen Moment wurde eine falsche Kameraeinstellung angewählt. Doch das gehört in der hektischen Welt der News-Regie hinzu und «wer Angst vor Fehlern hat, sollte den Beruf in der Regie besser meiden», weiss Martin Wälchli aus eigener Erfahrung.


Einen Einblick in den Beruf «Fernsehregisseur» findest du in unserem Video-Portrait, in dem SRG Insider Martin Wälchli bei seiner Arbeit in der News-Regie begleitet haben. Ausserdem kannst du unter #öpismitmedie die Tweets zur Veranstaltung nachlesen.

Zum Video


Mit «Öpis mit Medie» hat SRG Insider 2013 eine Veranstaltungsreihe lanciert, bei welcher in regelmässigen Abständen die vielseitigen Berufe von SRF vorgestellt werden. Die Veranstaltungen richten sich sowohl an junge Leute, die in den vorgestellten Berufen Fuss fassen möchten, aber auch an diejenigen, die grundsätzlich medieninteressiert sind. Die vergangenen Veranstaltungen hatten die Berufe Musikredaktor/in, Videojournalist/in, Fernsehregisseur/in, Sportkommentator/in, Multimediajournalist/in, Bundeshausredaktor/in, Interaction Designer, Radiomoderator/in, Inlandkorrespondent/in und Gameredaktor/in zum Thema. Die nächste Veranstaltung ist im Sommer 2016 geplant. Infos dazu findest du zu gegebener Zeit auf srginsider.ch.


Text: Sarah Singer
Bilder: Martin Lustenberger & Andreas Eggenberger

Tags: berufe oepismitmedie regisseur

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