Meinungen

«Mein Senf»: Wie man eine Serie einrichtet

Tringa (24) war die Szenenbildnerin der neuen SRF-Webserie «Nr. 47». Uns hat sie erzählt, wie sie beim Einrichten der Wohnungen vorgegangen ist, was die Darsteller wirklich getrunken haben und worauf man achten muss, wenn die Szenen nicht der Reihe nach gedreht werden.

Bereits während dem Lesen des Drehbuchs von «Nr. 47» habe ich mir Gedanken darüber gemacht, welchen Stil die Darsteller haben könnten und wie dadurch deren Wohnung aussehen kann. Mit diesen Gedanken habe ich angefangen für jeden Raum «Moods» (Sammlungen von Bildern mit dem möglichen Stil) zu erstellen. Daneben habe ich auch die grafischen Elemente erstellt, wie Plakate, Whatsapp-Nachrichten, Flyer oder Fotomontagen. Lang lebe Photoshop!

Als ich die Wohnung zur Verfügung hatte, konnte ich anfangen sie einzurichten. Hierbei ist wichtig, dass die Wohnung einer Privatperson gehört und diese sie gerne wieder im Anfangszustand zurück haben möchte. Nach ein paar Änderungswünschen vom Regisseur und dem Kameramann war die Wohnung dann startklar und bereit für den Drehstart!

Während dem Dreh hat der Set-Requisiteur, Rafi, sich unter anderem darum gekümmert, dass die Requisiten an den richtigen Stelle stehen und dass die Spiel-Requisiten (Flyer, Handys, etc.) immer bereit für die Szenen sind.

Sobald ein Raum fertig abgedreht wurde, konnte ich auch schon anfangen diesen aufzuräumen. Hier musste auch immer daran gedacht werden, dass die Räume fotografiert werden, da die Szenen nicht immer chronologisch gedreht wurden. Zum Beispiel ist die Wohnung von Kuzey und die Wohnung von Eveline die Gleiche und deren Küche musste insgesamt dreimal Mal gestrichen und neu eingerichtet werden. Da ist es wichtig, dass eben alles wieder genau an der gleichen Stelle steht. Ansonsten entstehen Bildfehler – vielleicht hast du in einer Folge ja auch schon einen entdeckt. 😉


Fünf Fun Facts zu der Serie «Nr.47»

  • die Waschküche «im Keller» liegt eigentlich im Dachgeschoss
  • der Wasseranschluss für die Waschmaschine ist einfach an die Wand geklebt worden (Attrappe)
  • die Kacheln in der Küche von Kuzey sind aus Papier und nur über die echten Kacheln geklebt worden (hat die Privatperson nachher sogar so gelassen!)
  • das Erbrochene von Eveline besteht aus Apfelmus, Bananen, Müsli und Wasser (sehr gesund...)
  • alle alkoholischen Getränke wurden durch Softgetränke und ähnliches ersetzt (zum Leid der Darsteller 😉)

In der Rubrik «Mein Senf» lassen wir jeden Monat jemand Junges zum aktuellen Themenschwerpunkt zu Wort kommen. Alle bisher publizierten «Senf»-Texte findest du unter: #meinsenf


Text: Tringa Vladaj
Illustration: Stephan Lütolf

Bild Autor*in Autorin Tringa Vladaj
Tringa ist 24 Jahre alt, Kosovo-Albanerin-Walliserin und von Beruf Szenebilderin. Ihre Hobbies sind Filme/Serien gucken und seit kurzem Italienisch lernen. Sie hat eine Ausbildung zur Interactive Designerin gemacht und wollte ursprünglich mal Chirurgin werden.
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Tringa Vladaj
Tags: meinsenf serien

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