Wie entstehen eigentlich die Charts?

Jeden Sonntag stellt SRF 3 in der «Hitparade» die Top 30 der Schweizer Single Charts und die Top 10 der Album Charts vor. Wir sind gefragt worden, wie denn eigentlich die Charts berechnet werden. Hier gibt's alle Antworten.

1. Welche Voraussetzungen muss ein Song erfüllen, damit er in die Schweizer Charts aufgenommen wird?

Der Song muss an Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz verkauft worden sein.

Als Verkaufsstellen gelten physische Läden und Online- sowie Download-Shops und Streaming-Anbieter, die den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz Alben/Singles, respektive Songs, zum Kauf oder Streaming anbieten. Die Verkaufsstellen müssen gewissen Anforderungen entsprechen, damit ihre Verkäufe für die Charts gezählt werden (mehr dazu im Chartreglement, Artikel 4, siehe unten).

Gut zu wissen: «Gratis-Abgaben» wie Gratis-Streams etc., zählen nicht für die Charts.

2. Wer ermittelt die Daten für die Schweizer Charts?

Initiantin der offiziellen Schweizer Hitparade ist die International Federation of the Phonographic Industry (kurz IFPI) Schweiz –der Verband der Labels in der Schweiz. Die offizielle Schweizer Hitparade wird in ihrem Auftrag vom unabhängigen Marktforschungsinstitut GfK Entertainment AG ermittelt.

3. Woraus wird die Chartsplatzierung berechnet?

Neben den Verkäufen und kostenpflichtigen Downloads werden seit 2014 auch Streaming-Anbieter-Nutzungen z.B. von Spotify, Deezer, Juke und Apple Music erhoben und den Single- und Album-Charts beigemischt.

Weil die Nutzungsdaten von Streams und Downloads jedoch nicht 1:1 miteinander vergleichbar sind, hat die GfK Entertainment AG ein durchschnittliches Wertequivalent von einem Stream zu einem Download erstellt. Gegenwärtig ist das ein Verhältnis von 127:1. Will heissen: auf 127 Premium-Abo-Streams (die Gratis-Abos zählen ja nicht) kommt also wertmässig ein Download.

Weitere Informationen findest du im Chartreglement, welches auf der Website IFPI Schweiz zu finden ist.

Michael Schuler Porträt
Auskunft gegeben hat uns Michael Schuler, Leiter Fachredaktion Musik SRF3

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