So spricht man Fussballernamen korrekt aus

«Xaka» oder «Tschaka»? Die richtige Aussprache eines Namens hat auch mit Respekt zu tun. Dass dies aber gar nicht immer so einfach ist, zeigt die aktuelle Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. Woher wissen die SRF-Sportkommentatoren eigentlich, wie die Namen korrekt ausgesprochen werden?

Andere Länder andere Sitten, und eben auch andere Sprachen und Namen. Gerade für Sportkommentatoren können ebendiese Namen zur Herausforderung werden. Woher wissen also Sascha Ruefer und Co., wie man zum Beispiel die Namen der Polen oder Isländer korrekt ausspricht? Du denkst dir jetzt, das kann doch nicht so schwer sein! Naja. Hier unsere Auswahl an Spielernamen, die wir mit ziemlicher Sicherheit falsch ausgesprochen hätten. Du nicht? Teste dich selbst, für die korrekte Aussprache (gemäss Aussprachedatenbank der ARD) einfach das Audio abspielen:

Zum Einwärmen der Zunge:

Hólmar Örn Eyjólfsson (Island)

Easy? Easy. Dann wird’s hier etwas anspruchsvoller:

Martin Braithwaite (Dänemark)

Geht auch noch? Ok. Wie siehts hiermit aus?

Chidozie Awaziem (Nigeria)

So, ab jetzt gilts ernst:

Artur Jędrzejczyk (Polen)

Und nun der Härtetest:

Jakub Błaszczykowski (Polen)

Hier kannst du dir übrigens die Namen aller aktuellen WM-Spieler in ihrer Muttersprache anhören. Bei den Schweizern war das mit den vier Landessprachen wie immer etwas kompliziert und sie haben sich für einen französischsprachigen Sprecher entschieden. Sehr unterhaltsam!

«Schakiri» vs. «Schatschiri»?

Wir wollten von SRF-Sportkommentator Manuel Köng wissen, wie er mit der Problematik der korrekten Aussprache von Namen umgeht: «Die polnischen Namen zum Beispiel sind eine echte Herausforderung. Wenn wir die so aussprechen, wie sie in Polen genannt werden, halten uns die meisten Zuschauer in der Schweiz für verrückt. Völlig anders als geschrieben. Goalie Szczęsny etwa spricht sich original ‹Schtänsnä› aus. Woher das t kommt und wie das n vor das s rutscht, ist für Nicht-Kenner schleierhaft. Da müssen wir einen Kompromiss finden. Wir verwenden also eine sogenannt ‹gemässigt eingedeutschte› Version, um genau solche Verwirrungen wie oben zu verhindern.»

Auch Sascha Ruefer äusserte sich kürzlich in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger zum Thema Spielernamen. Er gehe vor dem Spiel jeweils zum Kommentator des jeweiligen Teams und frage diesen nach der korrekten Aussprache, die er sich dann phonetisch notiere. Die richtige Aussprache sei ihm grundsätzlich sehr wichtig, dabei gehe es um Respekt. Ausnahmen gebe es aber auch bei ihm: «Man muss manchmal zwischen korrekter Aussprache und der verbreiteten Aussprache abwägen. Xherdan Shaqiri wird eigentlich nicht ‹Schakiri› ausgesprochen, sondern eben doch ‹Schatschiri›».

Text: lp
Bild: Reuters/Srdjan Zivulovic

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