Service public

«Kurz erklärt»: Warum gehört Unterhaltung ins Programm der SRG?

Gehört die Unterhaltung zum Service public der SRG? Diese Frage diskutieren Politiker, Medienschaffende und Publikum immer wieder. Auch die SRG hat sich der Debatte gestellt.

Gehört die Unterhaltung zum Leistungsauftrag der SRG? Diese Frage diskutierten SRG-Mitglieder aus der ganzen Schweiz mit Programmschaffenden, Experten und SRG-Verantwortlichen an der diesjährigen Tagung der SRG SSR zum Thema «That’s Entertainment». Der Tenor lautete einhellig: «Unbedingt!».

Andere würden die Frage wohl nicht ganz so eindeutig beantworten. So forderte Nationalrat Filippo Leutenegger unlängst in einem Postulat, die Service public-Leistungen klar zu definieren. Auch die Eidgenössische Medienkommission (EMEK) wird sich auf Wunsch von Bundesrat und Parlament mit dem Leistungsauftrag der SRG auseinandersetzen. In beiden Fällen wird sicherlich auch die Frage diskutiert, ob die Unterhaltung unabdingbar zum Service public der SRG gehört – oder ob das grosse Feld der Unterhaltung privaten Veranstaltern überlassen werden kann.

Welche Rolle nimmt die Unterhaltung im TV ein?

Um den Puls des Publikums zu fühlen, hat die SRG Deutschschweiz im Vorfeld der Tagung unter den teilnehmenden SRG-Mitgliedern eine Umfrage zum Thema «Unterhaltung im TV» durchgeführt. Anhand der Resultate wurden sieben Thesen zur Unterhaltung ausformuliert (» mehr über die Umfrage und die Thesen erfahren). Die Tagungsteilnehmer diskutierten schliesslich diese Thesen und formulierten daraus acht Argumente, weshalb die Unterhaltung ins Programm der SRG gehört. Die Argumente lauten (Auszug / gekürzte Fassung):

  • Unterhaltung muss als Gegenpol zur Information zwingend vorhanden sein. Sie repräsentiert die Leichtigkeit des Seins.
  • Unterhaltung leistet einen integralen Beitrag zum inneren Zusammenhalt der Schweiz.
  • Lokale, kulturelle und gesellschaftliche Eigenheiten müssen im Unterhaltungsprogramm abgebildet werden.
  • Unterhaltung ist mehr als Ablenkung. Sie öffnet einen Raum, der gefüllt werden kann mit Informationen. Das ist Lernen.
  • Wenn wir Unterhaltung nicht mehr selbst produzieren, werden wir kolonialisiert und nicht mehr abgebildet. Das ist Identitätsverlust genauso wie der Verlust von Knowhow.
  • Eigenproduktionen sind sehr teuer. Private würden sie nicht produzieren, da sie ein Verlustgeschäft wären.

Möchtest du mehr darüber erfahren? Hier findest du eine Video-Zusammenfassung der Tagung sowie alle Diskussionsrunden in voller Länge:

Videobeiträge zur SRG-Tagung


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Text: jr/cha
Bild: The Voice of Switzerland (© SRF)

Tags: kurzerklaert srgtagung unterhaltung unterhaltungsdebatte

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