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Start von Netflix ‒ Eine Konkurrenz für die SRG?

Seit Monaten wird der Start des amerikanischen Streaming-Portals Netflix gross angekündigt ‒ ab sofort ist der Dienst nun offiziell in der Schweiz verfügbar. Ist der Anbieter von Serien und Filmen ein weiterer Konkurrent für die SRG?

Netflix ist ein Gigant im Mediengeschäft. Gemäss eigenen Angaben hat das US-amerikanische Unternehmen mehr als 48 Millionen Kunden in über 40 Ländern. Allerdings ist Netflix kein klassischer Fernsehanbieter, sondern ein Internet-TV, das Filme und Serien im Flatrate anbietet. Mit einem Abo ab 11.90 Franken kann der Kunde beliebig viele Videos pro Monat beziehen.

Kein direkter Konkurrent für die SRG

Klassische Angebote, wie die Programme der SRG, werden damit nur indirekt konkurrenziert: nämlich im Wettbewerb um die Zeitgunst der Zuschauer. Anders verhält es sich, wenn es um den Konsum von Filmen und Serien geht. In diesem Segment ist Netflix ein weiterer Konkurrent wie bisher bereits Swisscom oder Cablecom.

Netflix setzt auf Eigenproduktionen – die SRG auch

Netflix ist aber nicht nur ein Vertreiber von Filmen, sondern auch ein bekannter Produzent: Seine Serie «House of Cards» hat weltweit hohe Beachtung. Gewiss ist: Die finanziellen Möglichkeiten von Netflix als Produzent sind ungleich höher als jene der SRG. Roger De Weck erläutert das an einem Beispiel: «Eine einzige Folge der berühmten Netflix-Serie ‹House of Cards› kostet etwa so viel Geld wie eine ganze Staffel von ‹Der Bestatter›.» Ob Netflix allerdings auch europäische oder gar Schweizer Filme und Serien produziert, ist ungewiss.

Verlierer ist die Schweizer Filmförderung

Schweizer Fernsehveranstalter, die Filme ausstrahlen, müssen sich hingegen gemäss Radio- und TV-Gesetz an der Förderung von Schweizer Filmen beteiligen. Diese Pflicht gilt auch für ausländische Programmfenster, also zum Beispiel ProSieben Schweiz, Sat.1 Schweiz – nicht aber für das Filmangebot von Swisscom. Die SRG, ein zentraler Player in der Förderung des Schweizer Films, hat das schon zur Diskussion gestellt. Es wird allerdings schwierig sein, eine solche Förderung per Gesetz vorzuschreiben, wenn internationale Konkurrenten wie Netflix nicht dazu verpflichtet werden können.

Aufgrund der veränderten Marktsituation wird deutlich, warum die SRG künftig noch verstärk auf zwei Strategien setzen muss: mit Eigenproduktionen muss sie exklusive Angebote für ein Publikum in der Schweiz anbieten und in Zukunft auch auf Kanälen wie dem Internet präsent sein.

LINK, das Mitgliedermagazin der SRG.D, widmete sich in der aktuellen Ausgabe dem Thema. Den vollständigen Artikel findest du hier:

Zum Beitrag

Text: LINK / Philipp Cueni; et
Quelle: LINK 5/14
Bild: © Bruno LEVESQUE / IP3

Tags: filme netflix serien srg

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