Service public

Wohin fliessen die Gebührengelder?

Die ARD hat in einer Aufstellung dargelegt, wie der Rundfunkbeitrag auf die öffentlich-rechtlichen Sender und die Landesmedienanstalten verteilt wird. Eine Aufstellung, die mit der ARD 1:1 vergleichbar ist, gibt es bei der SRG nicht. Seit zwei Jahren wird im SRG-Geschäftsbericht jedoch die Seite «Service public in Zahlen» publiziert. Dieser Aufstellung ist zu entnehmen, welche Beiträge in die verschiedenen Sparten fliessen und welchen Anteil am Gesamtkuchen die jeweilige Sparte ausmacht. Ein Überblick.

Die Höhe der Radio- und TV-Gebühren wird in der Schweiz vom Bundesrat festgelegt. Die Einnahmen sind dabei grösstenteils für die Finanzierung der Radio- und Fernsehprogramme der SRG vorgesehen. Einen Teil davon erhalten aber auch private Radio- und Fernsehveranstalter, die im Gegenzug ebenfalls einen besonderen Leistungsauftrag erfüllen. Ausserdem werden mit den Gebührengeldern unter anderem Beiträge an die Förderung neuer Technologien sowie an die Nutzungsforschung geleistet.

Kostspielige Viersprachigkeit

Im Sinne der Solidarität bezahlen Gebührenzahlende in der Deutschschweiz, der Suisse romande und der Svizzera italiana alle denselben Betrag und haben dafür auch Anrecht auf gleichwertige Programme. Dieser sprachregionale Ausgleich ist ein wichtiger Aspekt des Service public der SRG, der jedoch seinen Preis hat: Die Versorgung von vier Sprachregionen mit qualitativ gleichwertigen Programmen wirkt sich nämlich direkt auf die Empfangsgebühren aus. Mit anderen Worten: Wäre die Schweiz einsprachig, würden die Gebühren lediglich etwa 260 Franken betragen.

Bei länderübergreifenden Vergleichen zur Gebührenhöhe sind deshalb folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • die Grösse der Bevölkerung;
  • die Anzahl von Sprachgemeinschaften;
  • die Topografie des Landes;
  • das nationale Lohnniveau und die Teuerung;
  • die Finanzierungsmöglichkeiten über kommerzielle Einnahmen, die Grösse und Struktur des Werbemarktes sowie allfällige Werbeeinschränkungen;
  • die staatlichen Direktbeiträge und Subventionen, die zusätzlich zu den Einnahmen aus den Empfangsgebühren geleistet werden, sowie die Erschliessung anderer Einnahmequellen.

In welche Sparten fliessen die Gebührengelder?

Der Betriebsaufwand der SRG belief sich im Jahr 2012 auf 1,748 Mrd. Franken, der Betriebsertrag (Einnahmen) 2012 auf 1,634 Mrd. Franken. Am meisten Budget floss dabei in die Sparte Information (35%), gefolgt von den Sparten Unterhaltung/Film (20%), Kultur/Gesellschaft/Bildung (15%) und Sport (14%).

In der Spartenberichterstattung wird nicht zwischen den verschiedenen Medien (Radio, Fernsehen und Internet) unterschieden. Es gibt also keine separate Aufstellung nach Radio/TV, da es aufgrund der Konvergenz auch immer schwieriger wird, die Bereiche bzw. Aufwände ganz klar voneinander zu trennen. Die Sparte «Sport» beinhaltet auch die Rechtekosten, die für Sportübertragungen anfallen.

Eine detaillierte Aufstellung sowie weitere Informationen zur Gebührenaufschlüsselung findest du hier:

» Service public in Zahlen

» Empfangsgebühren für Radio und TV

» Zum ARD-Beitrag

Quelle: SRG SSR
Bild: Keystone

Tags: aufschluesselung gebuehren srg

Kommentare

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Danke für deinen Kommentar. Dein Kommentar wird moderiert und erscheint hier, sobald er freigeben wird.
Bei Freischaltung erhälst du ein Email auf {author_email}.