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Ombudsfall «Sportpanorama»: Welche Schlussfolgerungen zieht SRF?

Beim Matchbericht des Zürcher Stadtderbys GC - FCZ vom 12. Mai überspielte das «sportpanorama» die Anfangsphase des Spiels mit Fan-Gesang aus dem Archiv. Die Stille während der ersten Spielminuten war eine Protestaktion der Fans gegen die kantonale Hooligankonkordatsabstimmung. Diese Tonmanipulation führte zu Beanstandungen bei der Ombudsstelle (SRG.D berichtete). Diese rügte SRF deswegen und legte den Sendeverantwortlichen nahe, das Publikum über die Schlussfolgerungen aus der Panne zu informieren. Was sagt SRF-Programmreferent Sport Nök Ledergerber dazu?

n der Stellungnahme zu den Beanstandungen, die bei der Ombudsstelle eingereicht wurden, schrieb Ledergerber, dass bei der Bearbeitung des Beitrags aus gestalterischen Gründen der Ton beim Einmarsch der Teams korrigiert worden sei. Dies sei falsch gewesen und SRF entschuldige sich dafür.

SRF-Sportchef Urs Leutert gab gegenüber der Schweiz am Sonntag vom 19. Mai 2013 an: «Es gibt weder Anweisungen für derartige Attraktivitätssteigerungen noch sind sie Praxis bei uns.»

Keine Anweisungen bezüglich Umgang mit politischen Aktionen

Leutert räumte in der Zeitung aber grundsätzliche Fehler ein: «Die leeren Sitze und die gemeinsame Aktion der FCZ- und GC-Fans hätten im Vorfeld der Liveübertragung thematisiert werden sollen.» Die Journalisten vor Ort hätten um 14 Uhr vom geplanten Fan-Boykott erfahren: «Nach langen Diskussionen entschieden sie, den Boykott nicht zu erwähnen, weil sie dafür keine Plattform bieten wollten.»

Bei nationalen Sportveranstaltungen gebe es keine Vorgabe, politische Proteste auszublenden, führte der Sportchef aus. Anders liege der Fall, wenn die SRG für Dritte wie zum Beispiel die Uefa produziere – dann gelte deren Manual: «Darin steht dann etwa, dass Feuerwerke, Fan-Krawalle und politische Spruchbänder nicht gezeigt werden dürfen.»

Informationspflicht versus Plattform

SRF will aus diesem Fall lernen und Grundsatzfragen – Informationspflicht versus Plattform für Proteste – klären. Gegenüber Inisde SRG hält Ledergerber fest: «Wir haben Guidelines, wie wir uns bei Gewalt in und um die Stadien und bei Unfällen verhalten, diese Richtlinien überarbeiten wir derzeit und entwickeln sie weiter. Vielleicht werden unsere neuen und angepassten Guidelines in die Publizistischen Leitlinien einfliessen. Auf jeden Fall wollen wir festhalten, wie wir uns bei Gewalt, Unfällen, politischen Aktionen verhalten und die Mitarbeitenden der Abteilung Sport sensibilisieren.»

Quellen: Ombudsstelle SRG.D; Schweiz am Sonntag
Text: SRG.D, Christa Arnet
Bild: SRF/Oscar Alessio

Tags: beanstandung ombudsstelle sport sportpanorama srf

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