Service public

Was hat «Der Bestatter» mit Service public zu tun?

Die SRG SSR soll sich gemäss Leistungsauftrag mit ihrem Angebot von kommerziellen Anbietern unterscheiden, indem sie – unter anderem – «Kultur nicht nur abbildet, sondern auch Kultur schafft» und in ihren Radio- und TV-Programmen Kultur «erlebbar» macht.

Bestatter-Crew steht im Obduktionssaal von Dr. Semmelweis

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Filmförderung der SRG SSR: «Filme sind Botschafter der kulturellen und sprachlichen Vielfalt», hält die Konzession fest. Aus diesem Grund ist die Kulturförderung ein wichtiger Pfeiler: 1996 schuf die SRG zusammen mit Partnern der Filmbranche den «Pacte de l'audiovisuel». Seit Bestehen des Abkommens hat die SRG gut 300 Millionen Franken in die Filmförderung investiert. Dank des «Pacte de l'audiovisuel» entstanden in den letzten 15 Jahren an die 2000 Kino-, Fernseh-, Dokumentar-, Kurz- und Trickfilme. In den letzten fünf Jahren hat die SRG zudem gegen 763 Koproduktionen mitfinanziert.

Ausserdem unterstützt die SRG im Rahmen von Medienpartnerschaften auch die folgenden wichtigen Schweizer Filmfestivals unterschiedlicher Genres:

  • Solothurner Filmtage
  • Schweizer Filmpreis
  • Visions du Réel Nyon
  • Filmfestival Locarno
  • Festival Tous Écrans, Genf
  • Kurzfilmtage Winterthur

Schweizer Filme als «Spiegel der Schweiz»

Für die SRG ist Filmförderung ein wichtiger Pfeiler ihrer Kulturarbeit. Generaldirektor der SRG Roger de Weck: «Der Schweizer Film ist ein Spiegel der Schweiz und ein Schweizer Spiegel der Welt. Zum Service public gehört aus Überzeugung das massive Engagement für hiesige Regisseure und Produzenten: Seit Bestehen des Abkommens ‚Pacte de l’audiovisuel‘ hat die SRG mehr als 275 Millionen Franken in die schweizerische Filmbranche investiert. Die SRG berichtet nicht nur über Kultur, sie ermöglicht auch Kultur». Die Verlängerung des Pacte de l‘audiovisuel um vier Jahre bekräftigt die enge Zusammenarbeit.

«Der Krimi ist ein ideales Genre»

Auch Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion von Schweizer Radio und Fernsehen, betont die Wichtigkeit von Schweizer Filmen und Serien: «Eigenproduzierte Serien prägen das Image jeder Fernsehstation und helfen einem Sender, sich langfristig und nachhaltig von der Konkurrenz abzuheben». Er freue sich daher sehr, dass SRF wieder eine schweizerische Serie produzieren wird. «Und ich bin mir sicher, dass wir mit den vier Folgen dieser neuen Hauptabendserie ein breites Publikum finden, so Urs Fitze gegenüber LINK (2/2012).

Aber warum hat sich SRF ausgerechnet für eine Schweizer Krimi-Serie entschieden? «Der Krimi ist ein ideales Genre, worin sich ernsthafte, gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und in eine unterhaltende Form packen lassen», begründet Urs Fitze den Entscheid gegenüber LINK (2/2012). Denn: «Im Drama erzählt, wirken schwere Themen wie Gewalt in der Familie oder Kindesentführung verstörend aufs Publikum. Beim Krimi bringt am Schluss der Kommissar die Welt wieder in Ordnung», so Fitze weiter.

Aarau statt Zürich oder Luzern

Weshalb wird die neue Krimi-Serie ausgerechnet in Aarau gedreht, und nicht in Zürich oder Luzern? «Wir haben uns für Aarau entschieden, weil diese Stadt sehr viel bietet: Ein funktionierendes Nebeneinander von Tradition und Moderne in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und auch architektonischer Hinsicht», verriet Urs Fitze gegenüber der Aargauer Zeitung. Ausserdem besitze Aarau ein grosses Einzugsgebiet und biete eine hohe Vielfalt an Locations, sei es in der Altstadt, in den Aussenquartieren, in der Industrie, aber auch im nahen Jura.

Auch diese bewusste Entscheidung, eine eher unbekannte Stadt im Mittelland als Drehort auszuwählen, kommt somit dem Leistungsauftrag nach Solidarität, Austausch zwischen den Regionen und Berücksichtigung von Minderheiten und anderen Regionen entgegen.


Quellen: SRF; LINK 2/2012; Aargauer Zeitung
Text: SRG.D/Jasmin Rippstein

Tags: bestatter themenwoche

Kommentare

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Danke für deinen Kommentar. Dein Kommentar wird moderiert und erscheint hier, sobald er freigeben wird.
Bei Freischaltung erhälst du ein Email auf {author_email}.