Programmtipps

«Collection Lockdown By Swiss Filmmakers»

Abgebrochene Dreharbeiten, aufgeschobene Filmprojekte und eine grosse Ungewissheit, wie es weiter geht. Die Lockdown-Massnahmen haben die Filmszene besonders hart getroffen. Aber die Krise hat auch grosse Kreativität freigesetzt. So haben Schweizer Filmemacherinnen und Filmemacher in den letzten zwei Wochen trotz bizzli widriger Umstände zahlreiche Kurzfilme produziert. 33 davon zeigt SRF in der «Collection Lockdown By Swiss Filmmakers».

Schutzkleidung Next Level: Still aus dem Film Dass Niemand Weiss» von

8 Wochen Ausnahmezustand

Das Instant-Projekt entstand in der freien Filmszene und wurde national weitergesponnen. Um die Filmschaffenden zu unterstützen, erklärte die SRG sich sofort und auf unkomplizierte Weise dazu bereit, im Rahmen des «Pacte de l'audiovisuel» in die Kollektion zu investieren. Andere Förderer folgten, womit das Ziel erreicht wurde: Den durch den Corona-Lockdown hart geprüften Filmschaffenden Arbeit und etwas Auskommen zu verschaffen.

2 Wochen Entstehungszeit

In rekordverdächtigen zwei Wochen sind 33 Kurzfilme von 33 Filmemacherinnen und Filmemachern entstanden. In der «Collection Lockdown By Swiss Filmmakers» sind neben bekannten Namen wie Michael Steiner, Andrea Štaka und Thomas Haemmerli auch Newcomerinnen und Newcomer vertreten. Sie alle werfen einen überraschenden und eigenständigen Blick aufs Thema Corona-Lockdown.

16 Deutschschweizer Filme

Aus der Deutschschweiz sind 16 kurze Filme auf Kultur Online und Play SRF zu sehen, die auf witzige, berührende und nachdenkliche Art das Leben in pandemischen Zeiten spiegeln. Die 17 Filme aus der Romandie und aus dem Tessin werden ebenfalls in Kürze komplett untertitelt zugänglich gemacht.

Zieh dir die Filme jetzt rein:


«Time of my life»

Der Lockdown hat seltsame Folgen, selbst für Dealer. Das Bedürfnis der Kunden steigt, nur wie und wo finden jetzt die Übergaben statt? Und wie schafft es der Dealer, selbst nicht krank zu werden? Er ist doch systemrelevant. Fantasievolle Warenwege sind jetzt gefragt. Ein Film von Michael Steiner.


«Nebenwirkungen»

Die Menschen haben ein Heilmittel gegen Corona gefunden. Doch die Natur schlägt sogleich zurück. Das Heilmittel zeitigt nämlich unerwartete Nebenwirkungen und das plötzlich animalische Verhalten der Menschen erinnert alle daran, woher das Virus kommt. Ein Film von Karim Patwa.


«Raum für Revolution»

Der Film erkundet die Lockdown-Leere urban gestalteter Plätze. Unsere Welt ist asphaltiert, Pandemien fallen nicht vom Himmel. Das Virus offenbart sich auf der Tonebene des Filmes, infiziert gleichsam die Klangflächen, die sich ausbreiten, den Raum vereinnahmen. Ein Film von Nathalie Pfister.


«Von Gestern auf Heute»

Eine junge Frau schlendert durch die beinahe leergefegten Strassen der Vorstadt. Auf der Suche nach Zerstreuung geistern vereinzelt Leute durch den sonnigen Tag, ohne direkten Kontakt miteinander. Eine seltsam asoziale Welt. Wohin führt sie uns? Ein Film von Jela Hasler.


«Chli znöch – Out of Touch»

Der Lockdown ist vorbei, es kann weitergehen. Der Sommer kommt. Larissa empfängt die erste Kundin im Salon. Patienten gefunden. Pascals Tage im Spital sind nicht mehr so lang. Doch die lange Zeit des Abstandhaltens hat Spuren hinterlassen. Ein Film von Yogi Parish.


«Die verlorene goldene Zeit»

In der durch Corona bedingten Isolation entdeckt ein Mann Parallelen zwischen dem goldenen Zeitalter gemäss Ovid, und seiner eigenen Sehnsucht nach körperlicher Nähe. Draussen vor dem Fenster scheint indessen schon das vierte und letzte Zeitalter angebrochen. Ein Film von Aldo Gugolz.


«Dass niemand weiss»

Grünabfuhrkübel schleichen sich durch die Stadt. Kehrrichtsäcke schmuggeln sich in die Trams, fahren stadtauswärts, hinaus in den Wald. Was nach einer absurden Spielerei aussieht, entpuppt sich als Überlebensstrategie in Krisenzeiten und wird zur Ode an das Leben. Ein Film von Martin Guggisberg.


«Coronal Surreal»

Lockdown Frühling 2020. Eine alleinstehende Frau flüchtet von den Geräuschen der Nachbarn unter ihre Bettdecke. Gegenstände entwickeln ein Eigenleben. Schlagzeilen formen sich zu einer Maske. Sehnsucht nach Nähe verwandelt die Maske in eine Figur. Ein Film von Anka Schmid.


«Echo»

Inmitten des Covid-19 Lockdowns begleitet «Echo» zwei «Bergler» in ihrem neuen Alltag im malerischen Grindelwald und führt mit ihnen einen philosophischen Dialog. Intime Momente gespiegelt an cineastischen Bildern an der grandiosen Bergkulisse, ein wunderbares Zeitzeugnis. Ein Film von Noel Dernesch.


«Milchhaut»

Eine Frau wird von Erinnerungen geweckt. Milch kocht auf – ein Hoffnungsschimmer? Sie verschlingt die Milchhaut, verspürt neue Kraft, will den Tagtraum von Freiheit leben. Doch die Hoffnung war trügerisch. Ihr bleibt nur die Sehnsucht, in der sie sich auflöst. Ein Film von Sarah Derendinger.


«Heimschule bei Klugscheissers»

Ein Filmemacher beobachtet sich und seine Familie beim Homeschooling. Der überambitionierte Vater spiegelt sich in den Kindern, Lupe (5) und Pablo (6), die seine Karikatur sind. Es darf gelacht werden über Absurditäten und Missgeschicke, wiewohl Abgründe aufblitzen. Ein Film von Thomas Haemmerli.


«Kein Grund / Aucune Raison»

Roger hat alles dabei was heute von einem 82-Jährigen verlangt wird. Nur zu Hause bleibt er nicht. Damit ist er nicht allein. Die andern, die 'Risiker', sollten zu Hause bleiben. Doch dann hat eine Parkplatzuhr ihre Tücken und ein Unbekannter schert sich nicht um Abstandsregeln. Ein Film von Peter von Gunten und Peter Guyer.


«Die erste Welle»

Fröhlich dribbelt der Jüngste mit seinem neuen Basketball durch die leeren Regale im Supermarkt, während die Mutter die Szene mit dem Handy aufzeichnet. Fortan hüpft, filmt, tanzt und lernt sich die Familie gemeinsam und doch oft in Parallelwelten durch «Die erste Welle». Ein Film von Annina Furrer.


«Lockdown»

Ein Wohnraum, ein Monitor, ein Mann – isoliert. Ausgeliefert dem steten Pendeln von der realen in die virtuelle Welt und zurück. Die Angst, den Bezug zur Realität zu verlieren. Die Hoffnung, bald wieder unter Menschen zu sein. Echten Menschen. Hautnah. Ein Film von Tobias Ineichen.


«My mom, my son and me»

Die Filmemacherin hat zwei Rollen 16mm-Filmmaterial im Kühlschrank liegen. Dann der Lockdown. Sie beschliesst, ihren Sohn, ihre Mutter und sich selbst zu filmen, ihre Schwerelosigkeit, ihre Unruhe. Den Versuch aller, einen Alltag zu leben, obwohl alles anders ist. Ein Film von Andrea Štaka.


«2 Kinder-7 Kameras-1000 Verbote»

Mira (6) und Nico (4) leben seit acht Wochen mitten in Zürich im Lockdown. Sie schnappen so einiges von dem auf, worüber die Erwachsenen so sprechen. Plötzlich taucht die Zwei-Meter-Regel in ihren Spielen auf und schon bald patrouilliert die Playmobil-Polizei im Wohnzimmer. Ein Film von Luise Hüsler.


Übrigens wurde die Kollektion auch auf dem Sendeplatz von «CH:Filmszene» auf SRF 1 ausgestrahlt. Dort zeigt SRF unter anderem immer mal wieder Projekte von Schweizer Filmemacherinnen und Filmemachern, die aufgrund des Themas oder der weniger fernsehkonformen Umsetzung durch das Senderaster fallen. Alle diese Filme sind Koproduktionen von Filmschaffenden mit dem Schweizer Fernsehen, die im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel entstanden sind.


Text: SRF/SRG Insider
Bild: SRF/Turnus Film AG

Tags: chfilm chfilmszene filmfoerderung kurzfilme lockdown pactedelaudiovisuel programmtipp schweizerfilme

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