Programmtipps

«DOK»: Plastik, so weit das Auge reicht

Plastikberge an Stränden, Plastikverpackungen im Supermarkt und Mikroplastik im Körper der Meerestiere: Plastik ist zwar vielseitig und billig, aber er wird zum Problem. Denn heute gibt es auf der ganzen Welt keinen plastikfreien Ort mehr.

Plastikberge gibts längst nicht nur in Entsorgungsanlagen

So schwer wie 822'000 Eifeltürme ist der Plastik, den wir jedes Jahr produzieren. 8,3 Milliarden Tonnen. In den 50er-Jahren waren es noch 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Warum das so ist, erklärt sich fast von selbst: Plastik ist leicht, kann für vieles verwendet werden und kostet wenig. Darum ist Plastik heute fast überall: Schau dich mal um, bestimmt siehst du etwas aus Plastik!

Das Problem: Lange Zeit hat sich niemand Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn der Plastik zu Abfall wird. Der grösste Teil wird nach China exportiert, wo er von Menschen unter schädlichen Bedingungen sortiert und verbrannt wird. Doch China will nicht länger die Müllhalde des Westens sein und nimmt darum weniger Plastik von anderen Ländern auf. Es braucht darum kreative Lösungen. Einige Länder wie die Schweiz, verbrennen den Plastik oder rezyklieren ihn. Aber nur zwei Prozent des weltweiten Plastikabfalls wird wiederverwendet. Der allergrösste Teil des Abfalls landet im Freien. Auf Mülldeponien, in den Strassen oder im Meer.

Kämpfer gegen die Plastikflut

Dagegen kämpft Merijn Tinga aus Holland. Er wird auch der Plastik-Suppen-Surfer genannt, weil er sich aus alten Plastikflaschen ein Surbrett gebaut hat. Beim Surfen setzt er sich dafür ein, dass in Holland ein Pfand auf den Petflaschen erhoben wird. «Ansonsten landet nämlich ein grosser Teil der Flaschen im Meer.»

Merijn Tinga am Strand von Holland
Merijn Tinga kämpft mit seinem Plastik-Surfbrett für ein Pfand auf Petflaschen

Und auch das Unternehmen «Plastic Bank» will etwas tun: «Plastik sammeln muss sich für die Menschen lohnen», ist ihr Motto. Darum verteilen sie – vor allem in Asien – Geld an Menschen, die beim Abfall-Einsammeln helfen. Dadurch können diese ihren Kindern die Schule ermöglichen und sich andere Dinge leisten, die vorher zu teuer waren.

Das grösste Problem ist unsichtbar

Aber nicht nur der sichtbare Plastik macht uns zu schaffen: Wenn sich dieser in der Natur langsam zersetzt, entsteht Mikroplastik. Dieser ist zwar von blossem Auge nicht mehr sichtbar, jedoch immer noch nachweisbar.

Wir haben die Kontrolle über dieses Material verloren!

Heather Leslie

Porträt von Heather Leslie im Labor
Heather Leslie erforscht Mikroplastik

Nicht nur im Köper von Plankton und anderen Meerestieren, sondern auch in uns Menschen lassen sich inzwischen solche Mikroplastikteile finden. Heather Leslie und ihr Forschungsteam finden sogar in Bier und Honig Spuren von Plastik. «Wir haben die Kontrolle über dieses Material verloren!»

Menschen am Strand inmitten von Plastikbergen
Plastikstrände sind keine Seltenheit mehr

Schau dir den «DOK»-Film «Plastik, so weit das Auge reicht» an und mache dir ein eigenes Bild:


Text: SRF/SRG Insider
Bilder: SRF

Tags: programmtipp srfdok

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