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«DOK»: Beim Friseur in Indien

Das Gesicht von Soniya Chaudhary wurde bei einem Angriff mit Säure völlig verätzt und ist seitdem entstellt. Dies bedeutet in Indien für Betroffene fast immer das gesellschaftliche Aus. Im «DOK»-Film zeigt Soniya aber, dass sie durch ihre Geschichte an Stärke gewonnen hat. Sie betreibt erfolgreich ihren eigenen Friseur- und Schönheitssalon.

Soniya Chaudhary mit einer Kundin in ihrem Schönheitssalon.

Rund 300 Säureattacken gibt es jährlich in Indien, meist richtet sich die Gewalt gegen Frauen. Die weibliche Schönheit ist in Indien Statussymbol und Heiratsgrund. Eine körperliche Entstellung bedeutet für die Frauen deshalb fast immer das gesellschaftliche Aus. Zudem wird die Schuld eines Säureangriffs fast immer dem Opfer zugeschrieben.

Diese Entwicklung will Soniya bekämpfen. Sie spricht öffentlich über ihre Geschichte und führt erfolgreich ihren Friseur- und Schönheitssalon in Neu Delhi weiter. So stellt sie sich auch dem Patriarchat, denn Frauen sind in Indien immer noch weniger wert als Männer.

Soniya will auch anderen Betroffenen Mut machen und spricht sich für die Schönheit des Geistes aus. Obwohl sie weitere Operationen an ihrem Gesicht machen lassen könnte, verzichtet sie darauf.

Ich habe diese Operationen nicht nötig. Ich weiss, dass ich auch so schön bin.

Immer noch erntet sie feindliche Blicke, doch sie sagt auch, dass man sie inzwischen in ihrer Region gut kenne.

Das habe ich nur erreicht, weil ich mich nicht verkrochen, sondern mutig weitergemacht habe.


Schau dir jetzt den Dokumentarfilm «Beim Friseur in Indien» an:


Bild: SRF/First Hands Film
Text: SRF/SRG Insider

Tags: dok programmtipp srfdok

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