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«Leaving Neverland» bei SRF

Hat Michael Jackson Kinder sexuell missbraucht? Der Dokumentarfilm «Leaving Neverland» wirft diese Frage erneut auf, was weltweit zu hitzigen Reaktionen führt. Sind die Vorwürfe glaubwürdig? SRF zeigte die vierstündige Dokumentation und begleitete sie thematisch mit dem «Club» und «Kontext».

Schon seit Wochen sorgt der Film «Finding Neverland» weltweit für Schlagzeilen. Ausgestrahlt wurde die Dokumentation auch bei SRF.

SRF zeigt den Film, weil er auf der ganzen Welt zu heftigen Reaktionen und Debatten geführt hat.

Daniel Pünter, Bereichsleiter Dokumentation und Reportagen

Die Schilderungen der beiden mutmasslichen Missbrauchsopfer wirken zwar glaubwürdig, sind aber auch heftig umstritten. Beide verteidigten sie nämlich jahrelang den Popstar, auch vor Gericht unter Eid: Michael Jackson habe sie nie belästigt oder gar missbraucht. Erst nach dem Tode Jacksons änderten sie allmählich ihre Haltung und sprechen nun im Film von Manipulation, Abhängigkeit und massivem Missbrauch.

Die Dokumentation greift das relevante Thema Kindesmissbrauch auf, zeigt aber auch Mechanismen und Muster, wie es dazu kommen kann.

Daniel Pünter, Bereichsleiter Dokumentation und Reportagen

Vertraute des «King of Pop» kommen im Film nicht zu Wort. Diese Perspektivenwahl wird in der laufenden Debatte als unfair und einseitig kritisiert. Die Dokumentation kann trotz der detaillierten Aussagen der Männer und deren Umfeld nicht restlos beweisen, was tatsächlich auf dem Anwesen Neverland des «King of Pop» geschehen ist.

Der Film erfüllt unsere Qualitätskriterien.

Daniel Pünter, Bereichsleiter Dokumentation und Reportagen

Reflexion und Vertiefung im «Club» und «Kontext»

Der Film schildert nicht nur die mutmasslichen Vergehen des erfolgreichsten Popkünstlers der Geschichte, sondern er sucht auch nach Erklärungen für das Verhalten und Mechanismen von Tätern, Opfern und ihrem Umfeld. Damit wirft er viele Fragen auf: Wo liegt die Wahrheit, wer lügt? Wie soll die Nachwelt mit dem künstlerischen Vermächtnis eines mutmasslich Pädophilen umgehen? Warum trüben Macht, Ruhm und Glamour bei Eltern vernünftiges Denken oder Verantwortungsbewusstsein?

Diese Fragen und andere relevante Punkte wurden in den Sendungen «Club» und «Kontext» aufgenommen und diskutiert.

Es ist wichtig, dass auch das Schweizer Publikum sich aus erster Hand informieren und sich eine eigene Meinung bilden kann.

Daniel Pünter, Bereichsleiter Dokumentation und Reportagen

So wurden die Geschichte des «King of Pop» und der Skandal angemessen reflektiert und vertieft.


Leaving Neverland – Teil 1

James Safechuck traf zum ersten Mal im Jahre 1987 den Superstar Michael Jackson. Damals war er zehn Jahre alt. Anlass war ein Filmdreh eines Pepsi-Werbespots. Der Australier Wade Robson war fünf Jahre alt, als er als grosser Jackson-Fan auf sein Idol traf. Er hatte als Tanztalent einen Tanzwettbewerb gewonnen und gewann eine Backstage-Begegnung nach einem Konzert. Beide Jungen und ihre Eltern wurden von Michel Jackson immer wieder eingeladen und verbrachten zusammen viel Zeit mit dem King of Pop. Sie fühlten sich geehrt und geschmeichelt, dass ausgerechnet der grösste Popstar der Welt mit ihnen befreundet sein wollte.

«Leaving Neverland» ist bei SRF ab 12 Jahren freigegeben, aufgrund der im Dokumentarfilm teilweise sehr expliziten Sprache, welche auf das Publikum verstörend wirken kann. Gemäss den SRF Kinder- und Jugendmedienschutzrichtlinien werden Inhalte ab 12 Jahren auf SRF Play zeitlich nicht eingeschränkt.


Leaving Neverland – Teil 2

Dieser Teil der Dokumentation beleuchtet auch die Rollen, die Wade Robson und James Safechuck als Jugendliche und junge Männer bei den Ermittlungen und schliesslich im Jahre 2005 vor Gericht gespielt hatten, als Michael Jackson als Angeklagter vor Gericht stand. Beide verteidigten damals ihren Freund und Förderer Michael Jackson – bei Einvernahmen und als Zeugen vor Gericht. Erst zehn Jahre nach dem Freispruch und fünf Jahre nach dem Tod des Popstars wendete sich das Blatt: Safechuck und Robson berichten zuerst ihren Angehörigen und dann der Öffentlichkeit, dass alle ihre Aussagen von damals Lügen gewesen seien.

«Leaving Neverland» ist bei SRF ab 12 Jahren freigegeben, aufgrund der im Dokumentarfilm teilweise sehr expliziten Sprache, welche auf das Publikum verstörend wirken kann. Gemäss den SRF Kinder- und Jugendmedienschutzrichtlinien werden Inhalte ab 12 Jahren auf SRF Play zeitlich nicht eingeschränkt.


«Club»: Genie oder Monster: Was bleibt von Michael Jackson?

Michael Jackson soll jahrelang Kinder sexuell missbraucht haben. Der Dokumentarfilm «Leaving Neverland», den SRF zeigt, wirft diesen Vorwürfe erneut auf. Ist das wahr? Und was bedeutet dies für das Vermächtnis des King of Pop? Kann man Kunst getrennt vom Künstler betrachten?


Bild: SRF/Wade Robson
Videos: SRF
Text: SRF

Tags: club dok Dokumentation kontext

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