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«Kontext»: Mein Grabstein auf Facebook

Nach dem Tod sind Verstorbene oft noch da – in den sozialen Medien oder auf «virtuellen Friedhöfen». Viele dieser Leute hinterlassen Profile in sozialen Netzwerken. Wie gehen wir damit um? Wie trauern wir im Netz? Was passiert mit den Profilen?

Illustration eines Facebook Grabsteins in blau

Verstorbene im Netz

Annas Freundin wird plötzlich aus dem Leben gerissen. Nach der Beerdigung findet Anna keinen Frieden: Das Facebook-Profil der Freundin erinnert sie zwar an schöne Momente, aber entfacht auch ihren Schmerz immer wieder neu. Ganz anders sieht es bei Ute N. aus: Sie hat ihren Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren. Danach erstellte sie im Netz Trauerseiten und Profile für ihn. Damit er nie vergessen wird und wenigstens im Netz unsterblich ist.

Trauerarbeit mit künstlicher Intelligenz

Als ihr bester Freund Roman stirbt, holt ihn die russische Unternehmerin Eugenia Kuyda als Chat-Roboter zurück auf ihr Smartphone, zurück in ihr Leben. Der Chatbot antwortet wie Roman, er hat sogar seinen Humor. Kuyda hat aus ihrem Freund einen Untoten programmiert und ihn damit unsterblich gemacht.

Der digitale Tod

Trauerrituale ändern sich im Verlauf der Zeit. Früher konnte man Fotos und andere Erinnerungsgegenstände in eine Kiste legen und wegräumen. Das ist heute nicht immer möglich, weil die digitalen Hinterlassenschaften – auf Facebook, Instagram oder WhatsApp – so präsent sind. Ein Vergessen der Verstorbenen wird dadurch schwieriger. Was ändert sich für Hinterbliebene, wenn die Toten virtuell noch weiterleben? Ein Gespräch mit dem Psychologen und Trauerexperten Prof. Dr. phil. Hansjörg Znoj.

Zur Sendung

Text: SRF/lv
Visual: Lorenz Zahler

Tags: socialmedia

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