Öpis mit Medie

«Kurz erklärt»: Was macht ein Sendemultitechniker?

Bei SRF arbeiten ganz viele Menschen, die «Öpis mit Medie» machen. Aber nicht alle sind journalistisch tätig. Es gibt auch viele Berufe, die für den Sendebetrieb zwar enorm wichtig sind, jedoch weder im Abspann noch am Mikrofon erwähnt werden. Einen dieser Jobs hat Marco. Er arbeitet als Sendemultitechniker bei SRF. Wir erklären dir hier kurz, was seine Arbeit beinhaltet.

Marco sitzt vor einem Dutzend Bildschirmen im Sendezentrum von SRF

Als Sendemultitechniker ist Marco dafür verantwortlich, alles was über einen der drei SRF-Fernsehsender ausgestrahlt wird, auf die technische Qualität zu überprüfen und zu reagieren, wenn Bild oder Ton technische Fehler aufweisen. Diese Fehler reichen vom falsch eingeblendeten Logo, über die nicht korrekte Tonspur bis zum totalen Blackout.

Doch was macht ein Sendemultitechniker ganz genau? Wir haben Marco über die Schulter geschaut und ein paar Insights für dich zusammengetragen:

Das mit dem Fernsehschauen

Wenn man ganz einfach ausdrücken will, was Marco den ganzen Tag so macht, dann würde man wahrscheinlich «Fernsehluege» dazu sagen. Auf den unzähligen Bildschirmen im Sendezentrum laufen nämlich in Echtzeit SRF 1, SRF zwei und SRF info. Er sieht also auf seinen Bildschirmen genau dasselbe, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer zuhause. Allerdings kann er sich nicht mit einer Schüssel Popcorn im Sofa zurücklehnen, sondern muss aufmerksam alles verfolgen, um allfällige Fehler möglichst schnell zu finden. Es kann sein, dass jeden Tag etwas passiert oder mal drei Monate gar nichts. Marco muss trotzdem in jeder seiner Schicht hundert Prozent geben und aufmerksam zuschauen. Selbst dann, wenn ihn das gezeigte Programm persönlich null interessiert.

Das mit dem Fehlerfinden

Hast du während einer SRF-Sendung auch schon einmal einen «Es geht gleich weiter»-Einblender auf deinem Bildschirm gesehen? Der erscheint nämlich dann, wenn Marco und seine Gspändli einen technischen Fehler entdeckt haben und diesen zur Überbrückung einblenden. Wenn ein Fehler entdeckt wird, müssen sie reagieren, die Quelle suchen und diesen möglichst schnell beheben. Als Sendemultitechniker ist Marco also nicht nur verantwortlich dafür, mögliche technische Fehler zu finden, sondern diese auch zu erörtern und, wenn möglich, wieder auszubügeln. Planbar ist in diesem Job praktisch nichts. In jedem Fall werden die Massnahmen mit der Sendeleitung abgesprochen. Wir waren übrigens auch schon mal bei einer Sendeleiterin zu Besuch und haben sie zu ihrer Aufgabe befragt.

Das mit dem Signaltesten

Vor jeder Live-Sendung bekommen Marco und seine Gspändli im Sendezentrum ein Test-Signal. Weil alles live aufgezeichnet und direkt zu dir nach Hause gesendet wird, gibt es natürlich nicht wie bei anderen Sendungen, Serien oder Spielfilmen die Möglichkeit, Bild und Ton im Vorhinein zu überprüfen. Und genau aus diesem Grund wird kurz vor der Live-Sendung ein solches Test-Signal (also Bild und Ton) gesendet. Dadurch kann trotz Liveaufzeichnung sichergestellt werden, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Übertragung ohne technische Fehler geniessen können.

Das mit dem Shutdown-Knopf

Im Sendezentrum sieht es ein bisschen so aus wie in der AKW-Schaltzentrale bei Homer Simpson. Doch gibt es auch einen versteckten Shutdown-Knopf, mit dem man den ganzen Betrieb lahmlegen kann? Die Antwort ist nein, einen solchen gibt es nicht! Selbstverständlich aus Sicherheitsgründen.


Text: SRG Insider/Aline Sloksnath
Bild: SRG Insider

Bild Autor*in AutorIn Aline Sloksnath
Aline (25) hat gerade eben ihr Studium in Multimedia Production an der HTW Chur abgeschlossen und absolviert derzeit ein Praktikum bei SRG Insider. Was sie am allerliebsten macht: Geschichten erzählen, in Secondhandläden stöbern und Alltagsabenteuer erleben.
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Aline Sloksnath
Tags: behindthescenes kurzerklaert technik tvsender

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