Meinungen

«Sport in seiner Vielfältigkeit braucht eine starke SRG»

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) macht emotionale Sportmomente für die ganze Nation gemeinsam erlebbar. Dank der Gebühren haben Schweizerinnen und Schweizer Zugang zu sportlichen Hintergrundgeschichten, nationalen Meisterschaften und internationalen Topevents. Vor allem aber wird der Schweizer Sport in seiner ganzen Breite grossgeschrieben. Ein Gastkommentar von Roger Schnegg, Direktor Swiss Olympic.

Marco Gyr und sein Ruderteam rudern in Luzern

«Am 4. März stimmen wir über die No-Billag-Initiative ab. Die Initiative will die Gebühren für Radio und Fernsehen in der Schweiz abschaffen und die Sendekonzessionen an den Meistbietenden versteigern. Eine Annahme wäre das Ende der SRG SSR, wie wir sie heute kennen. Ebenso stünden über 30 private Radio und Fernsehstationen vor dem Aus.

Roger Schnegg, Direktor Swiss Olympics

Die Medienvielfalt würde stark reduziert. Das hätte auch negative Auswirkungen auf die Schweizer Sportlandschaft. Der Schweizer Sport, die Sportvereine, die Athletinnen und Athleten, der Breitensport, der Spitzensport und alle Sportarten mit wenig Medienpräsenz brauchen eine Plattform, wie sie die SRG bietet. Beispielsweise fanden über 100 Sportarten in den letzten Jahren Platz im Programm der SRG-Sender.

Viele Sportanlässe und Sportarten würden nicht mehr übertragen oder ins Pay-TV abwandern.

Von den 5000 Stunden Live-Sport auf SRG-Sendern, die wir 2016 zu sehen bekamen, waren 1300 Stunden über Sportarten, die weniger im Fokus der Medien stehen, wie Volleyball, Unihockey, Handball, Schwimmen, Reiten oder Basketball. Und was oft unterschätzt wird: Die TV-Sender der SRG produzieren viele grosse und auch kleinere Sportveranstaltungen in der ganzen Schweiz, von der Tour de Suisse über die Athletissima bis zur Lucerne Regatta. Diese Produktion ist für die Events überlebenswichtig, denn keine TV-Präsenz bedeutet weniger Verbreitung und Beachtung, was wiederum zu weniger Einnahmen durch Werbung und Sponsoring führt.

Schweizer Sportlerinnen und Sportler hätten das Nachsehen

Kein privates Medienhaus würde mittel- und langfristig solche Produktionen übernehmen, weil sie schlicht nicht rentieren. Viele Sportanlässe und Sportarten würden nicht mehr übertragen oder ins Pay-TV abwandern. Zuletzt noch dies: Bei der Übertragung von Events legt die SRG den Schwerpunkt auf die Schweizer Sportlerinnen und Sportler, bei nationalen wie internationalen Sportereignissen. Das ist wichtig für die Schweiz, denn unsere «Sportheldinnen» und «Sporthelden» sind Vorbilder für die nächste Generation. Grosse Sportereignisse wecken Emotionen, stiften Identität und verbinden über einzelne Landesteile hinaus. Fazit: Der Schweizer Sport lehnt die No-Billag-Initiative klar ab!»

Mario Gyr, Schweizer Ruderer

Text: Magazin LINK/Roger Schnegg, Direktor Swiss Olympic
Titelbild: Getty Images / Philipp Schmidli (Lucas Tramer, Simon Schuerch, Simon Niepmann und Mario Gyr auf dem Rotsee in Luzern)
Bild: Roger Schnegg: zVg.; Mario Gyr: Keystone/Gaetan Bally

Tags: olympia sport srfsport

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