Meinungen

Wo Generationen aufeinanderprallen: Junge beurteilen das Regionaljournal ZH SH

Was denken junge Leute über das Regionaljournal Zürich Schaffhausen auf SRF 1? Das wollten sowohl die Macher wie auch die Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen erfahren. Gesagt, getan.

Der Durchschnittshörer von Radio SRF 1 ist 64 Jahre alt. Besonders beliebt bei den älteren Semestern ist das Regionaljournal Zürich Schaffhausen (kurz «Regi»), das ebenfalls auf SRF 1 ausgestrahlt wird. Was aber denkt ein jüngeres Publikum über das Regi? Und wie könnten die Macher mehr Junge dafür begeistern, Regi zu hören?

Um dies zu erfahren, trommelte die Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen eine bunt gemischte Truppe aus jungen Leuten – vom Informatiker über die Psychologie-Studentin bis zum Kaufmann – zwischen 18 und 34 Jahren zusammen. Ihre Aufgabe: Drei Regi-Sendungen mithilfe eines Fragerasters beobachten und je einen Bericht dazu erstellen. Was dabei herauskam, wurde anschliessend an einer gemeinsamen Sitzung mit der Programmkommission und den Machern diskutiert. Als Vertreter der Regi-Redaktion waren Regi-Leiterin Katrin Hug, Moderatorin Nicole Freudiger und Reporter Peter Fritsche vor Ort.

Radiohören ist nicht mehr in

Im Sitzungszimmer ergab sich denn auch ein aussergewöhnliches Bild: Die Mitglieder der Programmkommission sassen ausnahmsweise in der zweiten Reihe und überliessen das Wort den jungen Gästen. Was bereits bei den ersten Meldungen deutlich wurde: Kaum einer der Jungen hört heutzutage noch live Radio – und wenn, dann Sender, die hauptsächlich Musik spielen. «Ich bin um diese Uhrzeit praktisch nie Zuhause», «Ich habe doch keine Zeit, 30 Minuten am Stück Radio zu hören» oder «Ich will die Musik, die ich höre, selbst auswählen können», waren nur einige der Gründe.

Mehr Mut zum Witz

Aus diesem Grund hatten die meisten vor der Beobachtung auch noch nie eine Regi-Sendung gehört. Nur zwei der Jungen nutzten das Regi bereits vorher – allerdings ausschliesslich online. Auf diese Erkenntnis lief schliesslich auch die ganze Diskussion hinaus: Die Regi-Sendungen an sich scheinen zu gefallen, einzig «mehr Mut zum Witz» – sowohl inhaltlich wie auch bei der Moderation – wurde einstimmig gewünscht. Dass man damit allerdings mehr Junge vor den Radio locken könne, sei ein Irrglaube, war man sich einig. 30 Minuten lang konzentriert eine Radiosendung zu hören, entspreche schlicht nicht dem Bedürfnis von Jungen.

Und so liess sich ein generationenübergreifendes, versöhnliches Fazit ziehen: Die Regi-Sendung für die ü40-Generation weitgehend so beibehalten und der Generation u40 ermöglichen, sich online kurz, knapp und jederzeit jene Infos holen, die sie interessieren. Die Macher waren sich jedenfalls einig: «Wir haben heute sehr gehaltvolle und wertvolle Inputs erhalten». Und auch PK-Leiter Riccardo Pozzi bilanzierte zum Schluss der Diskussion: «Experiment gelungen!»

Lies jetzt den Schlussbericht zur Beobachtung «Das Regionaljournal aus Sicht der Jungen».

Zur Beobachtung «Das Regionaljournal aus Sicht der Jungen»

Hinweis: Rolf Hieringer leitet die Regionalredaktionen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Das Mitgliedermagazin LINK sprach mit ihm über den Medienwandel, die Abgrenzung zu den Privaten und über die Zukunft des Regionaljournals.

Zum Artikel

Text: Jasmin Rippstein
Bilder: Gian Vaitl

Tags: beobachtung programmkommission regi

Kommentare

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Danke für deinen Kommentar. Dein Kommentar wird moderiert und erscheint hier, sobald er freigeben wird.
Bei Freischaltung erhälst du ein Email auf {author_email}.