Meinungen

Qualitätssicherung bei SRF: «Wir sind selber unsere stärksten Kritiker»

Die Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen hat im letzten Jahr zwei «SRF bi de Lüt – Live»-Sendungen beobachtet. Als Fazit aus den Beobachtungen wünschten sich die Kommissionsmitglieder von den SRF-Machern eine (Rück-)Besinnung auf die eigene Identität und die Stärken der Sendung sowie mehr Nähe zum Publikum. Wie hat SRF diese Kritikpunkte aufgenommen? SRG Insider hat bei Tom Schmidlin (Bild), Bereichsleiter Volkskultur SRF, nachgefragt:

SRG Insider: Tom Schmidlin, die Programmkommissionen der SRG.D-Mitgliedgesellschaften haben die Aufgabe, Sendungen mit regionalem Bezug zu beobachten und «konstruktiv kritisch» zu begleiten. Welche internen Formen der Qualitätsbeurteilung und Sendungskritik gibt es bei SRF bzw. bei «SRF bi de Lüt – Live»?
Tom Schmidlin:Intern wird jede Sendung besprochen. Wir treffen uns jeweils dienstags, um die Programme der Vorwoche zu besprechen. Das jeweilige Input-Feedback kommt immer von jemandem aus der Redaktion, zum Teil auch von eingeladenen Gästen. Zudem findet nach jeder Live-Sendung vor Ort ein Feedback statt und nach einer Staffel gibt es ein Debriefing, wo alle Beteiligten anwesend sind. All das mit dem Ziel der stetigen Verbesserung, inhaltlich und formal.

Wie beurteilen Sie die letztjährigen Kritikpunkte der Programmkommission? Konnten Sie diese nachvollziehen? Haben sich einige Punkte auch mit Ihren eigenen Feststellungen gedeckt?
Ich konnte die Kritikpunkte durchaus nachvollziehen, vieles deckte sich mit unseren Eindrücken. Wenn uns aber drittklassiges Kopieren anderer Sendungen vorgeworfen wird, dann ist es die Formulierung, mit der ich Mühe bekunde.

Wie sind Sie mit den Kritikpunkten umgegangen? Wurden diese innerhalb der Redaktion besprochen? Und wurden aufgrund der Kritikpunkte in diesem Jahr Änderungen vorgenommen?
Wie gesagt: Die Rückmeldungen aus der Programmkommission decken sich insgesamt mit unseren Eindrücken. In erster Linie sind wir ja selber unsere stärksten Kritiker. Wir arbeiten nach dem Credo «Stillstand ist Rückschritt» und sind immer bestrebt, unsere Programme zu verbessern bzw. weiter zu entwickeln. Dazu gehört selbstverständlich auch, Feedbacks von aussen ernst zu nehmen, zu diskutieren und gegebenenfalls Lehren daraus zu ziehen.

Gab und gibt es denn für das breite Publikum Möglichkeiten, ihr Feedback zu den einzelnen Sendungen einzubringen? Und wie gehen Sie mit diesen Rückmeldungen um?
Wir verfolgen die sozialen Medien und lesen jeden Leserbrief. Wir sind gut unterrichtet, was diese Feedbacks angeht. Und wenn sich darin ein allgemeiner Tenor findet, ist dies für uns ein klares Zeichen, das Thema auch intern zu besprechen.

Hinweis: In diesem Sommer steht die Sendung «SRF bi de Lüt – Live» erneut im Fokus der Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen. Erstmals sind dabei alle interessierten Personen dazu eingeladen, sich online an der Beobachtung zu beteiligen und mitzudiskutieren. Beobachtet wird die Sendung vom 27. Juli 2013 in Neuhausen. Weitere Informationen findest du über untenstehende Links.

Weiterführende Links:

Zur Website von «SRF bi de Lüt – Live»

Zum Abschlussbericht der letztjährigen Beobachtung

Zum Beobachtungauftrag und Frageraster der aktuellen Programmbeobachtung

Mehr über die PK SRG Zürich Schaffhausen erfahren

Mehr über die Arbeit der Programmkommissionen erfahren

Interview: SRG.D/Jasmin Rippstein
BIld: SRF/Heinz Stucki

Tags: deinemeinung meinungen programmkommission qualitaet srfbideluet

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