Meinungen

Zu viele Anglizismen in SRF-Sendungstiteln?

An englischen Sendungstiteln wie «The Voice of Switzerland», «Happy Day», «Pimp it or kick it» oder «Top Secret» stört sich CVP-Nationalrat Martin Candinas so sehr, dass er zuhanden des Bundesrats eine Interpellation eingereicht hat. Was meinst du dazu? Und: Lies hier die Stellungnahme von SRF-Brand-Manager Wim Möllmann.

Hier einige Stimmen von SRG-Mitgliedern zur Debatte:

«Englisch gehört heute zum Allgemeinwissen und darf ohne Weiteres für Titel von Unterhaltungssendungen verwendet werden. Da hat das Medium TV keinen deutschen Lehrauftrag.» (Jean-Daniel Glauser, Schüpfen)

«Martin Candinas hat Recht, die englischen Sendungstitel nehmen viel Platz ein. Es wäre wünschenswert, wenn sich SRF auf die Landessprachen konzentrieren würde.» (Urs Steudler, Gutenswil)

«Es ist doch absolut lächerlich, wenn man das Rad der Zeit zurückdrehen will. Die Anglizismen gehören zum heutigen Sprachschatz, ob man will oder nicht.» (Peter Gadient, Oberlunkhofen)

«Die Massenmedien sind heutzutage tatsächlich voll von Anglizismen. Es wäre erfreulich, wenn die Programmverantwortlichen sich mit dieser Problematik befassen und die SRG diesbezüglich eine Vorreiterrolle in der schweizerischen Medienlandschaft übernehmen würde.» (Thomas Wernly, Evilard)

«Wenn ein Programm gut ist, spielt es eine untergeordnete Rolle, ob der Programmtitel deutsch oder englisch ist. Sprache ist nun mal dem Wandel unterworfen.» (Walter Fischer, Münchenstein)

Was sagt SRF zum Vorwurf? Hier die Stellungnahme von Wim Möllmann, Brand Manager bei SRF:

«Aktuell sendet SRF rund 109 unterschiedliche TV-Formate. Davon sind gesamthaft 22 mit englischen Titeln, was ca. 20 % ausmacht. 11 davon sind Programmübernahmen aus Serien (davon 7), Entertainment (1) oder Factual Entertainment (davon 3). Was bedeutet, dass bei den eigenproduzierten Formaten ein Anteil englischsprachiger Titel bei rund 10 % liegt.

Grundsätzlich wird bei den eigenproduzierten Formaten ein Anglizismus nur in Betracht gezogen, wenn er zum Programm, zu seiner Positionierung und zum Zielpublikum passen kann. Das legen wir meist vorab mit der Redaktion fest, ob das sinnvoll und zumutbar ist. Auch spielt dabei eine Überlegung, ob der Titel nicht dadurch auch geläufiger oder besser klingt («Streng geheim» vs. «Top Secret»).

Zudem machen wir das nur, wenn wir aufgrund der Bekanntheit der Titelbestandteile davon ausgehen können, dass das Gros des Zielpublikums den Titel versteht, weil sich die Bestanteile im allgemeinen Sprachgebrauch bereits verankert haben. Bei Titeln wie «Happy Day», «Swiss Awards» oder «Top Secret» ist grundsätzlich davon auszugehen, dass das der Fall ist. Bei «The Voice of Switzerland» gehe ich davon aus, dass das ohnehin auch eine Lizenzfrage ist, zumal wir da von der Bekanntheit des Formats wesentlich profitieren. Weitere Beispiele aus der Fiktion wie «Mad Men» oder «Grey's Anatomy» sind originale Titelübernahmen. Eine Eindeutschung wäre lizenzrechtlich nicht möglich, zumal wir auch hier von der Bekanntheit der Seriennamen im Markt profitieren.»

Was meinst du dazu? Stören dich die englischen Sendenamen? Diskutiere mit untenstehender Kommentarfunktion mit!

Zur Interpellation

Bilder: SRF

Tags: anglizismen deinemeinung happyday meinungen pimpit srf thevoice topsecret

Kommentare

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Danke für deinen Kommentar. Dein Kommentar wird moderiert und erscheint hier, sobald er freigeben wird.
Bei Freischaltung erhälst du ein Email auf {author_email}.