Behind the Scenes

Auf Weltreise in der Schweiz

Wer sind die zwei Millionen Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz leben? Sie sind unsere Arbeitskollegen, Chefinnen, Nachbarn und unser Liebesleben. Das Grossprojekt «SRF 3 zeigt Flagge» gibt diesen Menschen ein Gesicht und eine Stimme.

Würden die Moderatoren Mona Vetsch und Tom Gisler für «SRF 3 zeigt Flagge» nicht auf die Strasse gehen, fänden sie alleine in der Redaktion von Radio SRF 3 Menschen aus neun verschiedenen Nationen. Doch sie wollen mehr: Von den 194 Staaten, die der Bund anerkennt, sind in der Schweiz 191 vertreten. «Also fast die ganze Welt», wie Projektleiter Stephan Lütolf sagt. «Entspannt und unverkrampft» möchte das Projekt aufzeigen, wie Schweizer und Ausländer zusammenleben.

Um Vertreterinnen und Vertretern aus möglichst vielen dieser 191 in der Schweiz lebenden Nationen zu begegnen, begeben sich die beiden Moderatoren während der Schwerpunktwoche an acht verschiedene Stationen in der ganzen Schweiz. «Die Orte haben wir so ausgewählt, dass wir verschiedene Bereiche unserer Gesellschaft abdecken können», erklärt Lütolf. Zu den Stationen gehört unter anderem die ETH in Zürich, wo bereits Vertreter mehr als 100 verschiedener Nationen studieren und arbeiten. Ausserdem führt die Reise zum FC Basel, ins Lenzburger Gefängnis und in die Berner Primarschule Bethlehemacker. Es sind möglichst unterschiedliche Lebensbereiche vertreten – von Wissenschaft und Arbeitsleben über Sport bis zur Schule.

Qualität vor Quantität

Vorbereitet haben sich Monat Vetsch und Tom Gisler, indem sie einen Testlauf auf dem Marktplatz in Oerlikon machten. «Tatsächlich hatten wir schnell viele Länder zusammen, von den USA bis Eritrea», erzählt Mona Vetsch. «Natürlich versuchen wir, möglichst viele Nationalitäten abzudecken», fügt Tom Gisler an, und ergänzt: «Am Ende sind uns aber die Geschichten einzelner Menschen wichtiger als das Ziel, aus jedem Land jemanden zu finden.» Um dennoch eine möglichst hohe Zahl von Nationen abzudecken, zählen die Moderatoren auf die Unterstützung der Hörerinnen und Hörer. Gerade bei exotischeren Staaten wie Tonga oder Osttimor reiche der Zufall nicht aus, sind sich beide einig. «Auch die vielen Facebook-Freundschaften können sich jetzt endlich auszahlen», schmunzelt Vetsch.

Klänge aus der Heimat

Auch musikalisch findet die weite Welt den Weg ins Radio. Projektleiter Stephan Lütolf: «Wir fragen die Menschen, die wir antreffen, nach einem typischen Song aus ihrer Heimat und streuen die Songs dann ins Tagesprogramm ein.» Letztlich drehe sich auch das «Worldmusic Special» vom 7. April 2016 ausschliesslich um die während der Woche gesammelten Songs. Die Hörerinnen und Hörer begeben sich auf eine «Weltreise, ohne die Schweiz zu verlassen», bringt Vetsch die Schwerpunktwoche auf den Punkt. Sie wünsche sich, beim Publikum Freude und Staunen über die Vielfalt auszulösen, die die kleine Schweiz zu bieten habe. Gisler ergänzt: «Am meisten würde uns freuen, wenn sich unser Publikum am Ende der Woche bereichert fühlt. Wenn wir es schaffen, die Schweiz in ihrer kulturellen Vielfalt abzubilden. Wenn sich Menschen mit ausländischem Pass mehr als bisher gehört fühlen, weil wir uns ehrlich für ihre Lebensrealität in der Schweiz interessieren.»

SRF 3 zeigt Flagge», 4. bis 8. April 2016 auf Radio SRF 3
Auf srf3.ch gibt es die Gesichter zu den Stimmen. Porträts und Videos der Ausländerinnen und Ausländer, die Mona Vetsch und Tom Gisler antreffen. Wenn ihr in den sozialen Medien mitdiskutieren möchtet, könnt ihr dies mit dem Hashtag #srf3flagge tun.

Text: Carolina Bernaschina
Bild: Visual «SRF 3 zeigt Flagge»

Tags: integration migration

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