Behind the Scenes

Anfragen bei «Kassensturz»: Wie wird ausgewählt?

Die Sendung «Kassensturz» misst Fragen aus der Bevölkerung einen hohen Stellenwert bei. Doch wie wählt die Redaktion aus der Fülle der Anfragen aus, die bei «Kassensturz» eintreffen? Und was geschieht mit diesen Fragen? SRG Insider hat bei Wolfgang Wettstein, Redaktionsleiter «Kassensturz/Espresso», nachgehakt.

Wolfgang Wettstein zwischen unscharfen Mikrofonen

SRG Insider: Wie viele Anfragen erhält die «Kassensturz»-Redaktion jährlich?

Wolfgang Wettstein: Unsere Publikumsredaktion bekommt pro Jahr ca. 15 - 20‘000 Mails, Briefe und Telefonate. Das sind aber nicht nur Anfragen, sondern auch sehr viele Inputs für Geschichten. Die werden zwei Mal pro Woche in einer Input-Liste zuhanden der Redaktion aufgeschrieben. Daraus ergeben sich viele «Kassensturz»- und «Espresso»-Geschichten.

Kann «Kassensturz» all diesen Anfragen nachgehen?

Jede Zusendung bekommt eine Antwort. Alle Anfragen werden gelesen und nach Möglichkeit beantwortet. Aber: «Kassensturz»/«Espresso» ist keine Rechtsberatung. Wir beschäftigen zwar eine Rechtsexpertin. Sie kann aber nur sehr begrenzt Rechtsauskunft geben, weil das juristisch heikel wäre.

Was ist ausschlaggebend dafür, ob eine Anfrage bearbeitet wird?

Jede Anfrage wird bearbeitet und Inputs für Geschichten werden auf ihre Eignung für einen «Kassensturz»- oder «Espresso»-Bericht sorgfältig geprüft.

Wie viel Prozent der «Fälle» kann zufriedenstellend gelöst werden?

Schwer zu sagen. Tatsache ist, dass unser Publikumstelefon und die Möglichkeit, uns zu schreiben, rege genutzt werden. In den letzten Jahren nahm der Zufluss an Publikumsmeldungen stetig zu.

Wie kommen die «Darf man das?»-Fragen zustande?

Hohes Knowhow in Konsumenten- und Rechtsfragen, mit wachem Blick durch die Welt laufen, Umfrage an die Redaktion, Inputs von Zuschauerinnen und Hörern. Es ergeben sich auch «Darf man das?»-Fragen aus der Inputliste.

Wie ist das Verhältnis zwischen Vorschlägen der Redaktion und Inputs von Zuschauerinnen und Zuschauern?

Ein bis zwei Geschichten, die der «Kassensturz» pro Sendung aufgreift, sind Inputs von Hörerinnen und Zuschauern. Zusätzlich nutzt «Espresso» pro Woche fünf bis sieben Geschichten aus dem Publikum.

Nach welchen Kriterien werden die «Darf man das»-Fragen ausgewählt?

Relevanz, d.h. es müssen Rechtsfragen sein, die viele betreffen. Und: Es sollte möglichst unklar sein, was nun gilt. Gut sind Rechtsfragen, die nicht jeder beantworten kann. Optimal sind Fragen, welche die meisten falsch beantworten würden.

Interview: SRG Insider/Sarah Singer
Bild: SRF/Merly Knörle

Tags: darfmandas kassensturz rechtsfrage

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