Behind the Scenes

«Die Sendung ist auch ein bisschen mein Baby»

Bei «Virus TV» kann Anic Lautenschlager «ausprobieren und sich austoben» und ist mehr als «nur» Moderatorin. Ausserdem darf die 30-jährige Luzernerin dabei jeden Freitag zuschauen, wie ihr Co-Moderator Andi Rohrer gequält wird.

Wie unterscheidet sich deine Arbeit bei «Virus TV» von der «normalen» Moderationsarbeit?

Bei «Virus TV» sind wir, also mein Co-Moderator Andi Rohrer und ich, von Anfang an viel mehr in die Ausgestaltung der Sendung involviert. Wir sind bei den Sitzungen dabei, in denen über die Sendung als Ganzes entschieden wird, bringen Ideen ein und arbeiten Hand in Hand mit den Produzenten. Es wird weniger strikt zwischen Redaktion und Moderation getrennt als bei anderen Sendungen.

Gefällt es dir, so zu arbeiten?

Es gefällt mir sehr, aber es ist natürlich auch anstrengender als meine Arbeit für andere Sendungen. Ich nehme viel mehr davon mit nach Hause, denke noch an etwas rum oder telefoniere auch abends mit Andi, um schnell noch etwas zu besprechen. Dadurch habe ich irgendwie das Gefühl, die Sendung sei auch ein bisschen mein Baby. Mir macht die Arbeit beim Radio unglaublich viel Spass, aber ich habe nirgends sonst die Möglichkeit, so eng an einer Sendung mitzuarbeiten wie bei «Virus TV».

Was ist das Beste an Deinem Job bei «Virus TV»?

In erster Linie das «ausprobieren dürfen». Wir haben hier die einmalige Möglichkeit, in einem Feld, in dem es sonst sehr viele Regeln gibt, Dinge einfach auszuprobieren - auch mal ziemlich unkonventionell umzusetzen. Dabei habe ich vom klassischen Fernseh-Handwerk eigentlich gar keine grosse Ahnung! So freut man sich doppelt, wenn alles wie geplant klappt. Und ich liebe es, Leute aus allen möglichen Bereichen auf eine Art kennen zu lernen, wie man sie sonst vielleicht nie kennenlernt.

Und was macht dir am wenigsten Spass daran?

Das ist eine schwierige Frage! Nach der Sendung ist die Arbeit ja noch nicht zu Ende, wir setzen uns oft danach noch einmal zusammen, um über die Sendung zu sprechen. Mich dazu aufzuraffen, nach einer halben Stunde voll konzentriert auf Sendung, fällt mir manchmal schwer. Dann gibt es Tage, an denen ich das Gefühl habe, nicht so richtig in die Sendung rein zu kommen, oder Gäste, bei denen mir beim besten Willen nicht einfällt, was ich sie fragen könnte. Alles in allem gibt es aber eigentlich bei Virus TV nichts, das ich nicht gern mache.

Was war bisher dein persönliches Highlight bei «Virus TV»?

Grundsätzlich sind alle Sendungen, in denen wir und unsere Gäste vergessen, dass wir in einer Fernsehsendung sind, Highlights für mich. Unter den Sendungen waren diejenigen mit Stefanie Heinzmann und Bastian Baker auf jeden Fall ein persönliches Highlight. Es hat an diesen Tag einfach funktioniert an unserem Küchentisch. Für mich ist es schön, wenn unsere Gäste wie Dieter Meier nach der Sendung rauslaufen und sagen, «das hat mir jetzt so richtig Spass gemacht». Stets ein persönliches Highlight sind natürlich auch all diejenigen Momente, in denen Andi gequält wird. Als er zum Beispiel von Seven mit Fingerfarben angemalt wurde – Highlight.

Gibt es jemanden, den du in Zukunft unbedingt mal als Gast in der Sendung haben möchtest?

Unser höchstes Ziel ist es ja, einmal Roger Federer in der Sendung zu haben. In der Regel habe ich aber etwas Respekt davor, jemanden einzuladen, den ich selber schon sehr cool finde. Zum Beispiel hätte ich viel Freude an den deutschen Moderatorinnen Sarah Kuttner oder Kathrin Bauerfeind, aber die sind moderationsmässig dermassen stark, dass der Schuss auch gut nach hinten losgehen kann.

Und wie soll es bei dir weitergehen? Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Momentan stimmt alles für mich. Mehr Projekte hätten auch gar keinen Platz. Radio SRF 3 ist mein Hauptstandbein, während «Virus TV» der Ort für’s «Austoben» ist. Wie lange «Virus TV» im Programm bleibt und wie es sich weiter entwickeln wird, ist noch offen. Andi und ich haben «Virus TV» aber nie als eine Art Sprungbrett ins Fernsehen angesehen. Wir sind in erster Linie Radio-Moderatoren, die nun halt auch noch Fernsehen machen. Mein Ziel ist nicht, die nächste grosse Samstagabend-Kiste zu moderieren, ich schaue lieber, wohin uns die Reise mit «Virus TV» noch führen wird.

Text und Interview: SRG Insider/Viviane Aubert
Bilder: SRG Insider/Viviane Aubert

Tags: behindthescenes virus virustv

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