Behind the Scenes

Niveaulose Twitter-Einblendungen beim «Eurovision Song Contest» – Programmrecht verletzt?

Zwei TV-Zuschauer ärgerten sich über die Twitter-Einblendungen während der Sendung «Eurovision Song Contest»-Finale vom 18. Mai 2013. Es habe amüsante Tweets gehabt, daneben habe es aber Inhalte gegeben, welche Artisten und Gebräuche anderer Kulturen diskriminieren würden. Es sei für SRF äusserst peinlich, dass hier die Kontrollstelle restlos versagt habe, schreibt ein Beanstander.

Ein Beanstander war schockiert über den Tweet «leetschi: Achtung dr Gaytschingg wo es nit wot». Es sei für das Schweizer Fernsehen «äusserst peinlich, dass hier die Kontrollstelle, welche im Halbfinale so seriös präsentiert wurde, restlos versagt hat.» In der anderen Beanstandung fordert der Beschwerdeführer, «dass dem Konsument das Recht eingeräumt wird, solche Einblendungen wegzuschalten.»

Sven Sarbach, Bereichsleiter «Show und Events», gibt an, dass der kritisierte Tweet tatsächlich nicht hätte eingeblendet werden dürfen. Bei der Vorselektion sei dieser irrtümlich als publizierbar klassifiziert und somit freigeschaltet worden. Die Redaktion habe den Fehler unmittelbar nach der Publikation bemerkt und den Tweet sofort wieder entfernt. Nur wenige Minuten später habe sich SRF via Twitter dafür entschuldigt. Sarbach gibt zu, «dass die optimale Verknüpfung zwischen TV und Twitter noch nicht gefunden wurde, und dass es hierzu noch einige weiterführende Erfahrungen braucht.»

Ombudsmann Achille Casanova begrüsst die selbstkritische Haltung des Redaktionsleiters. Der erwähnte Tweet hätte keinesfalls eingeblendet werden dürfen. Casanova erinnert in seiner Antwort, dass Bundesverfassung und Gesetz die Programmautonomie von Radio und Fernsehen gewährleisten. Das Fernsehen sei hernach frei, Twitter-Einblendungen vorzunehmen, sofern die Programmbestimmungen nicht verletzt würden. Die Redaktion die Beanstandungen aber zum Anlass genommen, um nachzuprüfen, wie dieser peinliche Fehler passieren konnte.

Er erachtet beide Beanstandungen als teilweise berechtigt.

Quelle: Ombudsstelle SRG.D, Achille Casanova
Text: SRG.D, Christa Arnet

Tags: beanstandungen esc ombudsstelle srf

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