Behind the Scenes

Luzern – das Hollywood der Schweiz

Seit dem ersten «Tatort – Wunschdenken» von 2010 hat sich Luzern zu einer begehrten «Filmlocation» für internationales Schaffen entwickelt. Zurzeit finden die Dreharbeiten zum sechsten «Tatort» statt.

«Ich habe keinen Ort ausserhalb der USA gesehen, wo so viel Herzblut in das Filmschaffen gegeben wird wie in Luzern.» Daniel Levi, Regisseur des Tatorts «Schmutziger Donnerstag», ist begeistert von Luzern. Aber nicht nur er: Sämtliche Filmcrews, die bisher in der Stadt gedreht haben, würden jederzeit wieder kommen – sie ist das Hollywood der Schweiz. Der Grund: Luzern hat eine Anlaufstelle für Produktionsgesellschaften geschaffen. Das Büro «Filmlocation Lucerne», das von Stadt, Kanton und Luzern Tourismus sowie Privaten finanziell und ideell getragen wird, unterstützt die Filmcrews vor, während und nach den Produktionen – von der Hotelreservation bis zur kurzfristigen Absperrung von Fusswegen wie beispielsweise der Werftbrücke bei der Schlussszene zu «Skalpell». Auf jedem Set ist der «Drehbeauftragte» Franz Moser als Mädchen für alles persönlich anwesend. Er sorgt für Bewilligungen und Abschrankungen, vermittelt Indoor- Produktionsorte und klingelt sogar an fremden Haustüren, wenn ein Schauspieler dringend eine kühlende Dusche braucht. Oder er beruhigt verschreckte Spaziergänger, wenn ein Waldstück bei eitlem Sonnenschein vollkommen eingenebelt wird. «Diese persönliche Betreuung wird sehr geschätzt.»

Urbanes Setting mit ländlichem Hinterland

Nebst dem Service ist es aber auch die Lage, die genau diese Stadt als Drehort beliebt macht. Für den Schweizer «Tatort» wurde ein Drehort gesucht, «der gleichermassen schweizerischen wie deutschen Ansprüchen gerecht wird», erinnert sich der damalige Leiter Fiktion des Schweizer Fernsehens Peter Studhalter, der die Krimiserie nach Luzern brachte. Die Stadt habe sich anerboten, «weil man sämtliche bilderbuchartigen Prädikate visuell einfangen kann, die die Schönheit der Schweiz ausmachen: der See, die Berge, dazu eine fast schon urbane und wunderschöne Stadt mit einem sehr ländlichen und visuell idyllischen Hinterland.»

Positiv für den Standort

Natürlich stiess das Vorhaben von SRF in der Leuchtenstadt auf offene Ohren. Die Stadt hatte kurz zuvor ein «Konzept verabschiedet, um den Ort für Film- und Fernsehschaffende zu etablieren», erklärt Niklaus Zeier, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Luzern und Präsident der SRG Zentralschweiz. Denn der Luzerner Stadtrat habe früh erkannt: Wenn auf Tausenden von Bildschirmen hinter Kommissar Reto Flückiger die Luzerner Landschaft oder Quai- und Altstadtansichten zu sehen sind, ist das «unbezahlbare Werbung» für den Tourismusstandort.

Text: LINK 4/2013, Patricia Diermeier
Bild: SRF/Thomi Studhalter

Tags: link tatort

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