Behind the Scenes

Die Geschichte von «Sounds!»: «Man war eine verschworene Gemeinschaft»

Die Radiosendung «Sounds!» hat eine lange und bewegte Geschichte. Der Musikredaktor Urs Musfeld hat der SRG.D einen Einblick in seine 35 Jahre «Sounds!»-Geschichte, die auch ein Stück Musikgeschichte abbildet, gewährt.

SRG.D: Wie ist «Sounds!» entstanden?

Urs Musfeld: «Sounds!» wurde das erste Mal 1976 gesendet, damals noch moderiert von François Mürner, der im letzten Jahr pensioniert wurde. Ich bin dann zwei Jahre später dazugekommen. Die ersten Jahre von «Sounds!» waren durch die Jugendbewegungen und das Aufkommen von Punk in der Schweiz geprägt. «Sounds!» war die erste Schweizer Radiosendung, in der man Reggae und Punk hören konnte, während die anderen Musikredaktoren sich geweigert haben, diese Musik zu spielen. Ein wichtiger Teil des Erfolgs der Sendung lag somit auch im gesellschaftspolitischen Aspekt, dass man hier Musik hören konnte, die sonst nirgends gespielt wurde – man war eine verschworene Gemeinschaft.

Wie ging es dann weiter?

Die Geschichte von „Sounds!“ hängt eng mit der musikgeschichtlichen Entwicklung zusammen: auf die 80er-Jahren mit Punk, Reggae und Hardcore folgten die 90er mit Grunge, Techno und später dann Hip Hop und Indie Rock. Wir folgten jeweils der Speerspitze der Musik, immer am Puls der jeweiligen Zeit. Wenn sich ein Genre etabliert und verbreitet hat, wandten wir uns wieder einer neuen Richtung zu.

Und was spielt «Sounds!» heute?

Die Sendung enthält heute Songs aus diversen Stilrichtungen, wie elektronische Musik, Singer/Songwriter, Folk, Rock, Indie-Rock und Pop. Zentral ist jedoch, dass wir ständig probieren, das aufzugreifen, was aktuell in der Musikszene passiert. Wir wollen, dass man bei uns neue Musik entdecken kann, auch wenn man selber keine Zeit hat, um ständig im Netz nach Neuem zu suchen.

«Sounds!» kann Montag bis Freitag von 22 bis 24 Uhr auf Radio SRF 3 oder als Podcast gehört werden.

Interview: SRG.D/Viviane Aubert
Bild: SRG.D/Jasmin Rippstein

Tags: interview sounds themenwoche

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