Behind the Scenes

Sven Sarbach: «Das Format überzeugt durch Qualität»

Als Bereichsleiter Show und Events bei Schweizer Radio und Fernsehen war Sven Sarbach für die Lancierung von «The Voice of Switzerland» verantwortlich. Unter seiner Leitung stehen ausserdem weitere grosse «Samstagsabend-Kisten» wie der «SwissAward», der «Eurovision Song Contest», «Happy Day», «Gipfelstürmer» usw.

SRG.D: Sven Sarbach, Sie sind Bereichsleiter Show und Events bei Schweizer Radio und Fernsehen. Welche Aufgaben umfasst dieser Beruf?Sarbach: Als Bereichsleiter bin ich zuständig für alle Show- und Event-Sendungen von SRF. Dazu gehört die langfristige konzeptionelle Planung, die inhaltliche und produktionelle Koordination der Sendungen sowie strategische Aufgaben innerhalb des Bereichs Show&Events.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Es gibt kreative Phasen, in denen wir neue Konzepte besprechen, es gibt organisatorische Phasen, in denen ich vor allem mit Planungsarbeiten beschäftigt bin. Und wenn eine Sendung produziert wird, bin ich oft vor Ort, um das Resultat unserer Arbeit zu begutachten.

Welche Kriterien sind ausschlaggebend dafür, dass ein Format ins Samstagsabend-Programm von SRF aufgenommen wird?
Wir überprüfen, ob ein Sendekonzept unterhaltsam ist und ob es genügend Potential hat, eine breite Bevölkerung anzusprechen. Ausserdem gelten eine ganze Reihe von weiteren Kriterien: Ist es eine Eigenproduktion? Wie hoch sind die erwarteten Produktionskosten? Wie passt das Format in das Gesamtprogramm von SRF? War das Format im deutschsprachigen Raum schon zu sehen? What’s new? Und viele mehr.

Welches ist Ihre Rolle in diesem Entscheidungsprozess?
Wir erarbeiten die Strategien innerhalb des Führungsteams gemeinsam, bereiten mögliche Szenarien vor, prüfen Alternativen und geben Empfehlungen ab – somit bin ich als Bereichsleiter Teil des Entscheidungsprozesses.

Aus welchem Grund haben Sie bzw. SRF sich ausgerechnet für das Format «The Voice of Switzerland» entschieden? Was ist das Besondere an diesem Musikformat?
«The Voice of Switzerland» ist eine neuartige Form, neue Gesangstalente zu entdecken. Durch die Fokussierung auf die Stimme entsteht eine sehr spannende Atmosphäre. Das Format überzeugt durch Qualität und zeichnet sich dadurch aus, dass es viele Musiker und Sänger anspricht, die bei bisherigen Casting-Formaten eher skeptisch waren.

Können Sie den Entscheidungsprozess beschreiben, der bei «The Voice of Switzerland» durchlaufen werden musste (von der Idee bis zum ersten Drehtag für «The Voice»)?
Wir wurden bereits zu einem frühen Zeitpunkt auf das Format aufmerksam. Nach vielen Gesprächen mit den Lizenzgebern aus Holland haben wir in einer ersten Phase geprüft, ob die Sendeplätze überhaupt zu Verfügung stehen. Anschliessend startete ein langer Prozess, der vor allem Verhandlungen über Formatrechte und Lizenzen beinhaltete. Der produktive Prozess startete vor rund einem Jahr mit der Auswahl der Produktionsfirma, die für dieses Projekt in Frage kam. Die weiteren Meilensteine: Wahl des Bühnenbilds, Definition des Produktionsstandortes, Bestimmung des Moderationspersonals und der Coaches, Start der Pre-Castingphase bis dann im Herbst 2012 die erste Blind-Audition-Produktion startete.

«The Voice of Switzerland» ist ein international etabliertes Format. Welche vorgegebenen Regeln mussten/müssen von SRF deshalb strikt eingehalten werden – und inwiefern gibt/gab es Möglichkeiten zur «Einschweizerung» des Formats?
Das Korsett ist relativ eng, die vorgegebenen Formatrichtlinien sehr ausführlich. Die Einschweizerung findet vor allem über die Coaches statt, hier hatten wir freie Hand.

Können Sie sich jeweils auf Ihr Bauchgefühl und Ihre Erfahrung verlassen, wenn es um den «Erfolg» (gute Einschaltquoten bzw. gute Kritiken) einer Sendung geht?
Bauchgefühl ist nur eines der Kriterien, es gibt natürlich einige andere Kriterien, die uns dabei helfen, das Potential eines Formats im Vorfeld abzuschätzen. Dazu gehören zum Beispiel Erfahrungswerte aus dem Ausland, Publikumsbefragungen oder Zielgruppendefinitionen.

Zum Schluss: Verraten Sie uns Ihre persönliche Lieblingssendung bei Schweizer Radio und Fernsehen?
Am Liebsten höre ich spätabends auf SRF 3 Live-Konzertmitschnitte: grosse Musik, viele emotionale Songs und gute Stimmung garantiert.

Interview: Jasmin Rippstein, SRG.D
Bild: Merly Knörle, SRF

Tags: themenwoche thevoice

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