Service public 2. March 2017

1 Ombudsjahr in 5 Fakten

Sie setzt sich seit 25 Jahren für Pressefreiheit, Fairness und Medienethik ein: Die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz. Sie gehört also quasi zur «Justice League» der Medienlandschaft – und hatte 2016 einiges auf der Platte. Wir fassen kurz zusammen.

Alle 26 Stunden

… kam ein Fall in die Ombudsstelle reingeflattert – also fast jeden Tag! Diese total 334 Beanstandungen betrafen insgesamt 135 Sendungen. Zwei Drittel betreffen Beiträge aus dem Fernsehen. Knapp ein Drittel haben beim Radio etwas auszusetzen und nur wenige bei den Online-Kanälen von SRF. In 80 Prozent der Fälle konnten die Beanstandungen nicht unterstützt werden, den restlichen 20 Prozent wurde ganz oder teilweise Recht gegeben.

Die Top 3 Beanstandungen

… betrafen 2016 die Sendung «Giacobbo/Müller», in welcher das Tanzverbot im Aargau und das Abendmahl thematisiert wurden und 74 Beanstandungen auslöste, der Film «Feuchtgebiete», der 43 Beanstandungen bewirkte und die Sendung «Happy Day» mit dem Blackfacing des «Verstehen Sie Spass?»-Moderators Guido Cantz, welche 17 Beanstandungen verursachte. Übrigens: Der Rekord an Beanstandungen überhaupt liegt bei 185. «Geschafft» hat das 2014 die Sendung «Schawinski» mit Andreas Thiel – crazy!

Der häufigste Grund

… für die Beanstandung einer Sendung ist fehlende Sachgerechtigkeit – nämlich in knapp 75% der Fälle! Am zweithäufigsten ist der Vorwurf der Diskriminierung mit knapp 15%. Die restlichen 10% verteilen sich auf gestörte Sittlichkeit, verletzte religiöse Gefühle, Jugendschutz, fehlende Vielfalt, Gewalt oder unentgeltliche Schleichwerbung.

Das am häufigsten beanstandete Thema

… ist die Politik. 26.7% aller beanstandeten Sendungen thematisierten die Innenpolitik. Aber auch die Aussenpolitik mit 20.7% und Gesellschaftsthemen mit 13.3% wurden oft kritisiert. Die restlichen beanstandeten Themen sind ziemlich breit gefächert: von Satire, Wirtschaft, Umwelt und Verkehr, Wetter, Spiel, Sprache, Fiktion, Kultur, Unglücksfälle und Verbrechen bis zu Medien – bizli alles!

Hinter den Beanstandungen

… stecken grob gesehen sechs verschiedene Typen.

  • Die Betroffenen, kamen in einer Sendung oder in einem Text direkt oder indirekt vor und fanden sich oder ihr Anliegen falsch dargestellt. 
  • Die Genauen, entdecken Sach- oder Formulierungsfehler und machen zu Recht auf mangelnde Sorgfalt aufmerksam.
  • Die Sensiblen mucken dann auf, wenn Darstellungen ins Freizügige oder gar Pornografische gehen oder wenn sie ihrer Ansicht nach respektlos, satirisch oder brutal sind.
  • Die Sachverständigen kennen sich in einem Thema besonders gut aus und erwarten, dass SRF genau ihre Lesart übernimmt.
  • Die Ideologen gehen von einer anderen Weltsicht aus und behaupten immer wieder, dass SRF lügt.
  • Die Querulanten üben immer wieder entweder spitzfindige oder abwegige Kritik und geben sich mit keiner Antwort zufrieden.

«Isch voll spannend» findest du? Dann gibt's die ganze Ladung mit dem vollständigen Jahresbericht 2016 der Ombudsstelle auf der Website der SRG.D.


Text: Nina Meroni

Bild: iStockphoto

 

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