News 2. November 2016

Was braucht's für das eigene Webvideo?

Der erste Schweizer Webvideopreis wird bald bald verliehen. Wie kannst du den nächsten Preis gleich selbst abräumen? Méline Sieber von SRF Digital hat Tipps, was für kein, ein mittleres – oder sogar unbegrenztes Budget möglich ist.

Für das eigene Webvideo braucht es nicht viel: Es reichen ein YouTube-Konto (gratis) und ein Smartphone (haben praktisch alle).

Denken! Dann drehen.

Bevor du loslegst: Was willst du sagen? Wo willst du filmen – drinnen oder draussen? Actionvideo oder Schminktutorial? Solche Überlegungen bestimmen den Aufwand und vor allem die Werkzeuge, die du brauchst. Oft wird auch der Ton unterschätzt: Sind meine gesprochenen Ausführungen zentral? Brauche ich nur Musik (Achtung Urheberrechte!)? Oder drehe ich einen Stummfilm?

1. Das null-bis-fast-kein-Budget-Webvideo

Falls du ein Smartphone besitzt, ist das schon einmal eine gute Voraussetzung. Auch mit einem Laptop samt eingebauter Kamera lassen sich Webvideos filmen.

Videobearbeitung YouTubeIm «Video-Manager» von YouTube (Screenshot siehe oben) kannst du das Bild aufhellen, Zeitraffer einfügen oder unruhige Aufnahmen stabilisieren (zu finden unter «Creator Studio»). Mit Aufnahme-Apps kannst du zudem den Weissablgeich bestimmen, die Belichtung, die Stabilisierung und vieles mehr. Es ist auch möglich, auf den Smartphones direkt Videos zu schneiden. Folgende Apps und Software gibt's dazu (das Dollarzeichen symbolisiert, dass die App was kostet):

  • iOS-Aufnahme-Apps: ProCam 3 ($), ProShot ($), Filmic Pro ($)
  • iOS-Editier-Apps: Vee for Video ($), Lumify, iMovie ($), Pinnacle Studio Pro ($)
  • Android-Aufnahme-Apps: Cinema FV-5 Lite, Open Camera
  • Android-Editier-Apps: AndroVid, Movie Edit Touch, PowerDirector ($), VideoShow Pro ($), Kinemaster ($)
  • Desktop: Windows Movie Maker, iMovie (Mac, $), Lightworks Free (Windows, Mac, Linux), Avidemux (Windows, Mac, Linux)

Gratis ist gut – doch Achtung: Manche der Apps fügen ein Wasserzeichen ein oder begrenzen die Aufnahmedauer.

Wer in die Tonqualität etwas Geld investieren will, hat zwei Möglichkeiten:

  • Externes Mikrofon an den Köpfhörerausgang, den USB- oder Lightning-Anschluss des Smartphones anschliessen.
  • Ein separates Aufnahmegerät verwenden. Die Ton-Aufzeichnung synchronisierst du in der Videoschnittsoftware mit dem aufgenommenen Video, das ersetzt so die Tonspur des Smartphones.

2. Das Etwas-Budget-Webvideo

Spiegellose Systemkameras bieten eine bessere Funktionalität als Smartphones. Zudem lassen sich – im Gegensatz zu einer Kompaktkamera oder einem Smartphone – die Objektive austauschen. Trotzdem sind Systemkameras noch so klein, dass sie in jede Tasche passen. Preislich liegen sie zwischen 400 und 600 Franken. Der Nachteil: Die Kamera verfügt nur über wenige physische Knöpfe. Viele der Kamera-Einstellungen verbergen sich hinter einem verschachtelten Menü.

3. Das Egal-wie-viel-Webvideo

Wer wie ein Profi Webvideos erstellen möchte, hat die Wahl zwischen zwei Geräten: Einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) oder einer professionellen Videokamera (Camcorder). Hier gilt aber: Arbeite dich zuerst in die komplexen Funktionalitäten ein – also mit der Kamera üben, üben, üben. Auch für die Videobearbeitung kannst du dich bei den professionellen Schnittprogrammen umsehen: Zu den Topshots gehören Final Cut Pro, Adobe Premiere Pro, Lightworks Pro, Avid Media Composer und Pinnacle Studio.

Studio mit Greenscreen und LampenWenn der Preis keine Rolle mehr spielt, ist natürlich auch ein eigenes Aufnahmestudio möglich. Das kostet aber bald einmal zwischen 2000 bis 5000 Franken – dafür brauchst du:

  • Lampen für optimales Licht, zum Beispiel ein LED-Dauerlicht mit Dimmer und Stativ.
  • Separates Mikrofon – der Ton kann später mit dem Videomaterial synchronisiert werden.
  • Stativ für die Kamera.
  • Funkmikrofone, die sich an die Kleider anstecken lassen.
  • Greenscreen – ein grünes Tuch samt Stativ. Während der Nachbearbeitung können an grünen Stellen Elemente eingefügt werden.

Was sind deine Tricks?

Das Angebot an Werkzeugen ist so gross, dass wir sicher etwas vergessen haben! Dazu kommt: Es gibt unzählige Wege, die zum perfekten Webvideo führen. Erzähle uns deshalb deine Tricks und Favoriten in den Kommentaren – wir sind gespannt darauf!


Text: Méline Sieber/lc
Kachelbild: Collage SRF, Youtube; Bild Youtube-Videomanager: Screenshot SRF; Bild Studio mit Greenscreen: Natalie via flickr.com

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