Behind the Scenes 12. April 2017

«Comedy ist ein Handwerk»

Gemäss seiner Funktion, müsste er die lustigste Person im Haus sein: Domenico Blass, Head of Comedy bei SRF 3. Schon als Kind wusste er, dass er später mal Leute unterhalten möchte. Uns hat er verraten, wie er das denn heute genau macht.

Vom Keller zu SRF

Mit 12 sass Domenico Blass im Keller, spielte die Muppetshow nach und setzte sich zum Ziel, auch später Menschen zu unterhalten. Nach der Matur arbeitete er in der Werbung, bevor er als Journalist bei SRF einstieg und später neun Jahre als Headwriter bei «Giacobbo/Müller» arbeitete. Auch heute kann man ihn noch als Puppenspieler bezeichnen: Er ist nämlich der, welcher im Hintergrund die Fäden zieht und die «Puppen leitet».

Die lustigste Person im Haus

Bei SRF 3 ist Domenico nun Head of Comedy. Er überlegt sich, wie man die Leute zum Lachen bringt und entwickelt entsprechend neue Formate. Der Wechsel vom Fernsehen zum Radio war zwar eine Umstellung, das Kerngeschäft blieb aber das Gleiche:

«Comedy ist ein Handwerk, wie vieles andere auch. Ich arbeite in einer Werkstatt; Ich biete Werkzeuge an, helfe den Leuten und bastle selber an eigenen Projekten.»

Humor ist etwas Individuelles

Einen 0815-Arbeitstag gibt es bei Domenico nicht. Genau diese Vielseitigkeit schätzt er an seinem Job: Einerseits gibt es eine Bandbreite an Themen und Projekten, an welchen er beteiligt ist – andererseits arbeitet er mit unglaublich vielen verschiedenen Menschen zusammen.

«Wir müssen die unterschiedlichsten Formate anbieten, damit jeder was findet: vom Schenkelklopfer bis zur Satire. Alle glücklich machen, können wir aber nicht – das ist das Berufsrisiko in der Comedy.»

Er ist zwar der «Kopf» der Witze bei SRF 3, entscheidet aber nicht im Alleingang. Das ist gut so, findet er, denn Comedy ist Geschmackssache – im Gegensatz zu beispielsweise Nachrichtensendungen. Ihm zur Seite stehen zwei Autoren im 40% Pensum, externe Pointenschreiber und eine Kerngruppe Comedy, welche ihn zu allen Formaten berät und ihren Senf dazu gibt.

Humor ist Service public

«Service public bedeutet auch Leute zum Lachen zu bringen und Lachen schafft ein Stück Schweizer Identität.» Humor ist also etwas Zentrales im Leben: Es ist ein Handwerk, welches Erfahrung und Ressourcen braucht – und genau das bietet die SRG: eine nationale Plattform und Unterstützung für die Schweizer Kleinkunstszene. Denn Radio, Fernsehen und Online sind nach wie vor starke Katalysatoren für die Karriere.


Wir haben Domenico gefragt, wie Pointen entstehen. Mehr dazu dann im nächsten Beitrag!


Text: Nina Meroni

Bild: Regula Müdespacher

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